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Fr, 25.05.2012
pte20070531031 Umwelt/Energie, Forschung/Technologie
Kroatische Bienen erschnüffeln Landminen
Erste Experimente der Zagreber Forscher verlaufen vielversprechend
Zagreb (pte031/31.05.2007/13:55) - Eine innovative Methode zum Aufspüren von Landminen entwickeln derzeit Forscher der Universität von Zagreb http://www.unizg.hr . Bienen werden darauf trainiert, Sprengstoff in den Minen zu erschnüffeln. Wie in den anderen ehemaligen jugoslawischen Staaten sind auch in Kroatien mehr als 1.000 Quadratkilometer Landfläche mit Minen bestückt. Experten schätzen die Zahl auf rund 250.000. Seit 1998 wurden mehr als 100 Menschen durch die Explosion von Minen getötet. Was den Experten besonderes Kopfzerbrechen bereitet, sind jene in der Erde verbliebenen Minen, die von den Minensuchern bisher nicht aufgespürt werden konnten. Und dazu sollen nun Bienen eingesetzt werden. "Glücklicherweise haben wir seit Jahrhunderten eine Tradition der Bienenzucht", meint Nikola Kezic, Professor für Landwirtschaft http://www.agr.hr und Projektleiter, im pressetext-Interview. Kezic ist Experte für Bienenzucht und arbeitet seit drei Jahren an dem Experiment. "Einen Vorteil haben diese Landminen, denn der Großteil des Sprengstoffs besteht aus TNT. Damit sind sie für die Bienen leichter aufspürbar", so Kazic. Das sei aber gleichzeitig auch wieder ein Nachteil, denn diese Substanz sei sehr diskret und daher sehr schwer zu entdecken. "Für die Bienen ist das aber generell kein Problem", meint der Wissenschaftler. Die ersten Experimente in einem kontrollierten Umfeld sind äußerst vielversprechend verlaufen. Dabei hatten die Forscher die Bienen in einem Zelt freigelassen, in dem Nahrung mit Sprengstoff umhüllt versteckt war. Die Idee dahinter ist einfach: Bienen sollen Sprengstoff als Nahrung identifizieren. "Das Training von Bienen auf die chemischen Substanzen dauert etwa drei bis vier Tage", so Kezic. "Wir befinden uns derzeit allerdings immer noch in der Experimentalphase, denn es ist noch nicht sicher, ob wir eher ältere oder jüngere Bienen nehmen sollen und wie wir das Testfeld mit der Nahrung und dem Sprengstoff aufbereiten." Es gehe darum, aus den einzelnen Versuchen die beste Variante auszuloten. "Die Bienen müssen ihre Sensitivität gegenüber dem Sprengstoffgeruch steigern", erklärt der Forscher. Auch wenn es derzeit sehr gut aussehe, werde es noch dauern, ehe es wirklich verlässlich funktioniert. Von der Idee, Wespen als Schnüffler von Landminen einzusetzen (pressetext berichtete http://www.pte.at/pte.mc?pte=051029007 ), hält Kezic wenig. "Wespen sind Fleischfresser und zudem nicht domestiziert." Das wären zwei gewichtige Nachteile. Auch andere Tiere wurden in Testversuchen bereits als Minensucher eingesetzt: In Afrika wird eine spezielle Rattenart gezüchtet, die mit ihrem feinen Geruchssinn in der Lage ist, auch geringe Spuren von Sprengstoff auszumachen. Auch Hunde stehen als Sprengstoffschnüffler ganz hoch im Kurs. Experten meinen jedoch, dass das größere Gewicht dieser Tiere nachteilig ist. Die Spurensuche mit Leichtgewichten wie den Bienen biete dabei wesentlich mehr Möglichkeiten. (Ende)
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