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Fr, 25.05.2012
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pte20070530034 Unternehmen/Finanzen, Politik/Recht
Betrugsfälle im Ausland: Firmen zu blauäugig
Finanzielle Verluste und Image-Schaden drohen

Linz (pte034/30.05.2007/13:55) - Unternehmen sind oftmals nur schlecht dafür gerüstet, Betrugsfälle schnell und wirksam zu untersuchen, wenn diese sich nicht im Land ihres Hauptsitzes ereignen. Das geht aus der aktuellen Studie "Cross-Border Investigations" von KPMG International http://www.kpmg.com hervor. Demnach gaben 92 Prozent der befragten Führungskräfte in 21 Ländern - darunter Österreich - an, dass sie für das kommende Jahr eher mit einer Zunahme der internationalen Ermittlungen rechnen. 56 Prozent haben allerdings noch keine umfassenden Untersuchungsverfahren implementiert.

"Jedes Unternehmen sollte in punkto Untersuchung etwas in der Schublade haben, auch Mittelständler etwa mit Tochterunternehmen in Osteuropa", betont Gert Weidinger, Geschäftsführer und Leiter des Bereichs Forensic von KPMG Österreich, im Gespräch mit pressetext. Das Thema Wirtschaftskriminalität sei in den vergangenen Monaten präsenter in den Medien. "Wir haben aber in den vergangenen Jahren bereits ein Ansteigen der erkannten Fälle verzeichnet. Dieser Trend ist auch weiterhin ungebrochen", so Weidinger.

Mittlerweile ist fast jedes zweite Unternehmen betroffen. Die Täter befänden sich großteils in den eigenen Reihen, sagt Weidinger. Insbesondere handele es sich bei den Vergehen um Diebstähle in jeglicher Form, Bilanzfälschungen oder Betrügereien mit gefälschten Rechnungen. Ein großes Thema sind aber auch korruptive Handlungen, wie Weidinger gegenüber pressetext ausführt.

"Betrüger operieren ungeachtet nationaler Grenzen, deshalb müssen die Unternehmen künftig aufmerksamer sein, um Betrugsfälle erkennen und verhindern zu können", erklärt Weidinger. Die Unternehmen benötigten wirksame Prozesse zur Erkennung und Untersuchung von Betrugsfällen, um diszipliniert und blitzschnell agieren zu können. Ein ineffizienter und mangelhafter Untersuchungsprozess könne neben finanziellen Verlusten auch negative Auswirkungen auf die Reputation eines Unternehmens haben, betont der Experte.

Insbesondere die jedem Land eigenen, sich ständig ändernden regulatorischen und polizeilichen Verfahren können laut Weidinger eine Untersuchung erschweren. "Die Unternehmen sollten deshalb umfassende Untersuchungsverfahren entwickeln, die auf die einzelnen Länder zugeschnitten sind. Im Idealfall geschieht dies mit einem gut ausgebildeten lokalen Team, welches das sprachliche, kulturelle, rechtliche und regulatorische Umfeld gut kennt." Allerdings gibt nur knapp die Hälfte der Befragten an, dass ihre Ermittlungsteams in den vergangenen sechs Monaten an einer Schulung teilgenommen haben.

Erfolgsrezepte für die Verbesserung der internationalen Ermittlungen von Betrugsfällen sieht Weidinger unter anderem in der Beurteilung der Ermittlungskompetenzen des Unternehmens sowie der Untersuchungsprotokolle. Darüber hinaus sollte eine Evaluierung der lokalen Gesetze und Vorschriften erfolgen sowie die Fähigkeit der IT-Abteilung getestet werden, die Daten von Systemen von unterschiedlichen Orten der Welt umgehend abzurufen. Außerdem schläft Weidinger die Erstellung eines Leitfadens mit Sofortmaßnahmen und weiteren Vorgehensweisen vor. Neben der Aus- und Weiterbildung des Untersuchungsteams ist laut dem Experten auch die Einrichtung eines zentralen Ansprechpartners für die Meldung von Betrugsfällen sowie die Einbindung der Rechtsabteilung sinnvoll.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Jörn Brien
Tel.: +43-1-81140-318
E-Mail:
pressetext.austria
   
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