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Sa, 11.02.2012
pts20070522031 Medizin/Wellness, Unternehmen/Finanzen
Lage der Krankenkassen bleibt dramatisch
Franz Bittner analysiert das Defizit der Krankenkassen und skizziert einen dramatischen Ausblick auf die Defizitentwicklung
Wien (pts031/22.05.2007/12:30) -
Die Situation der österreichischen Krankenkassen stand beim 9. ABBOTT Medical Circle am 16. Mai im Mittelpunkt einer regen Diskussion. Unter dem Titel "Kostenexplosion oder Finanzierungskrise?" analysierte Franz Bittner, Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse, anhand umfassenden Zahlenmaterials die finanzielle Lage der Krankenkassen. Franz Bittner rechnete für die Krankenkassen im Jahr 2006 mit einem Minus von insgesamt 56 Mio. Euro. Das kumulierte Ergebnis seit 1998 liege damit bei -1.175 Mill. Euro, so Bittner. Alleine für die neun Gebietskrankenkassen prognostizierte er ein Minus von 176 Mio. Euro für das Jahr 2006, seit 1998 beträgt der kumulierte Abgang der Gebietskrankenkassen 1,59 Mrd. EUR. Zur aktuellen Diskussion um eine Beitragserhöhung trug er einen finanziellen Ausblick der Krankenkassen auf die Folgejahre bei: Seiner Berechnung nach beträgt das Defizit der Gebietskrankenkassen bei einer Beitragserhöhung um 0,15% im Jahr 2009 405,4 Mio. Euro, ohne Beitragserhöhung würde der Verlust sogar auf mehr als eine halbe Milliarde Euro steigen (508 Millionen Euro). Etwas optimistischer ist die Prognose des IHS: Mit Beitragserhöhung um 0,15% prognostizieren die Wirtschaftsforscher vom Institut für Höhere Studien für die neun Gebietskrankenkassen einen Abgang von 236,4 Mio. Euro, ohne Beitragserhöhung liege das Defizit bei 339 Mio. Euro. Bittner warnt in diesem Zusammenhang vor allem vor den steigenden Finanzierungskosten (Zinsendienst), die das Ergebnis der Kassen weiter verschlechtern. Trotzdem, so der Obmann der Wiener Gebietskrankenkassen abschließend, sei eine bessere Gesundheitsversorgung in Österreich möglich: "Die Menschen werden noch nicht ideal versorgt." Die explodierenden Kosten seien mit Management-Methoden in den Griff zu bekommen: "Ein bessere Management spart ein." Bittner schließt mit der Forderung, dass vor allem in der Primärprävention "mehr getan werden muss". (Ende)
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