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pte20070402001 Medizin/Wellness
Transfusionen werden unabhängig von Blutgruppe
Enzyme wandeln Spenderblut in Blutgruppe 0 um
Kopenhagen (pte001/02.04.2007/06:00) - In Zukunft könnte es keine Rolle spielen, welche Blutgruppe für eine Transfusion gebraucht wird. Wissenschafter der Københavns Universitet http://www.ku.dk haben Enzyme identifiziert, die Antigene von den roten Blutkörperchen entfernen. Damit wird alles gespendete Blut in die Blutgruppe 0 umgewandelt und kann daher jedem Patienten verabreicht werden. Die A- und B-Antigene, die den Blutgruppen ihre Namen geben, sind Zucker, die sich auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen befinden. Menschliche rote Blutkörperchen können über eines dieser Antigene, beide oder keines verfügen. Entsprechend erfolgt die Aufteilung in die verschiedenen Blutgruppen. Eine Transfusion mit der falschen Blutgruppe kann zu einer lebensbedrohlichen Reaktion führen. Laut New Scientist kommt es durchschnittlich bei einer von 15.000 Transfusionen zu einem Fehler. Details der Studie wurden in Nature Biotechnology http://www.nature.com/nbt veröffentlicht. In den achtziger Jahren wies ein Team New Yorker Wissenschafter nach, dass ein Enzym von grünen Kaffeebohnen das B-Antigen von roten Blutkörperchen entfernen konnte. Für den praktischen Einsatz erwies es sich jedoch als zu ineffizient. Das Team um Henrik Clausen hat jetzt bei Bakterien und Pilzen nach wirkungsvolleren Enzymen gesucht. Die Forscher konzentrierten sich schließlich auf zwei Enzyme. Eines stammt von einer Darmbakterie namens Bacteroides fragilis - es entfernt das B-Antigen. Das andere Enzym, von der Bakterie Elizabethkingia meningosepticum, verursacht beim Menschen opportunistische Infektionen. Dieses Enzym zielt auf das A-Antigen ab. Die gereinigten Enzyme sind hochwirksam. Beim B. fragilis Enzym zum Beispiel ist ein Eintausendstel der Menge des Enzyms der Kaffebohne ausreichend. Die Wissenschafter arbeiten mit ZymeQuest http://www.zymequest.com zusammen, einem Unternehmen, das klinische Tests plant. Es soll festgestellt werden, ob das behandelte Blut sicher und effektiv ist. Sollte das der Fall sein, kann dieses Verfahren bei dringendem Bedarf auch ohne Rücksicht auf die Blutgruppe eines Patienten eingesetzt werden. (Ende)
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