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pte20070308029 Medien/Kommunikation, Politik/Recht
Russische Journalistin wegen Kritik an Polizei gefeuert
Pressefreiheit in Russland nimmt monatlich ab
Schwierige Situation in Russland (Foto: rsf.org)
Schwierige Situation in Russland (Foto: rsf.org)

Moskau (pte029/08.03.2007/13:20) - Eine russische Radiojournalistin hat nach öffentlicher Kritik an der Polizei ihren Arbeitsplatz verloren. Die 23-jährige Irina Vorobeva, die für einen staatlich kontrollierten Sender tätig war, wurde gefeuert, weil sie in einem Interview über die Brutalität bei der Exekutive gesprochen hatte. Konkretes Thema und Anlass ihrer Kritik war das Vorgehen der Polizei während einer Demonstration gegen den Kreml, berichtet der Guardian. Angesichts der derzeitigen Situation, in der sich die russische Medienlandschaft befindet, kommt die Entlassung der Journalistin kaum überraschend.

"In Russland wird es immer gefährlicher zu sagen und zu schreiben, was Sache ist. Mittlerweile gibt es nur noch wenige unabhängige Medien", sagt Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen (ROG) in Österreich http://www.rog.at , im Gespräch mit pressetext. Der Großteil der russischen Medien befindet sich unter staatlicher Kontrolle. Die Anti-Kreml-Demo bekam so gut wie keine Medienpräsenz. Die betroffene Irina Vorobeva gab schließlich, nachdem ihr selbst verboten worden war zu berichten, ein Interview im unabhängigen Radio Echo Moskvy.

Die Journalistin beschrieb dabei, was sie auf der Demonstration gesehen hatte: Spezialeinheiten, die eine alte Frau schlugen und einen weiteren Demonstranten über eine Fensterbank stießen, so dass dieser zwei Meter in die Tiefe stürzte. Als Vorobeva nach diesen Schilderungen zu Wochenbeginn wieder in ihr Büro kam, folgte die Entlassung. Offiziell erklärte der Vorgesetzte den Rauswurf damit, dass sie einem Konkurrenzsender ein Interview gegeben und damit gegen geltende Regeln verstoßen habe.

"Pressefreiheit hat in Russland nicht den Stellenwert, den sie bei uns hat. Die Situation für Journalisten wird inzwischen fast monatlich schlechter", so Möhring gegenüber pressetext. Derzeit befänden sich Medienvertreter in Russland in einer sehr gefährlichen und desolaten Situation. Der vorläufige traurige Höhepunkt der Entwicklung war der Mord an der Journalistin Anna Politkowskaja im vergangenen Oktober. Reporter ohne Grenzen setzt sich seit November für eine unabhängige und ordentliche Aufklärung des Falls ein.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Claudia Zettel
Tel.: ++43-1-81140-314
E-Mail:
pressetext.austria
   
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