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Di, 30.01.2007 11:05
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pte20070130020 Forschung/Technologie, Kultur/Lifestyle

Erneut wertvolle antike Stätte durch Damm gefährdet

Archäologen protestieren: Türkische Ausgrabungsstätte soll geflutet werden
Allianol.org
Allianol.org

Istanbul (pte020/30.01.2007/11:05) - Internationale Archäologen protestieren heftig gegen eine Flutung der historischen Ausgrabungsstätte von Allianoi http://www.allianoi.org in der Türkei. Nur 18 Kilometer von Pergamon entfernt befindet sich der Kurort, der bereits in der Antike bekannt war. Türkische Forscher unter der Leitung von Ahmet Yaras hatten hier mehr als 10.000 Fundstücke entdeckt - fast alle extrem gut erhalten, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature http://www.nature.com in seiner jüngsten Ausgabe.

"Die Entdeckung von Allianoi geht auf die deutsche Pergamongrabung zurück", erklärt der Felix Pirson, Leiter des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) http://www.dainst.org in Istanbul, im pressetext-Interview. "Allerdings schenkte man damals im späten 19. Jahrhundert dem Ort wenig Bedeutung. Erst knapp 100 Jahre danach hatte Yaras, der damals Leiter des Museums in Bergama - des heutigen Pergamon - war, die Idee hier weiter zu graben", so Pirson. Das Ergebnis war großartig, denn es war weit mehr vorhanden als ursprünglich vermutet." Neben den zahlreichen Kunstgegenständen, Münzen, Gefäßen, Statuen und Glas war auch die Architektur beachtenswert. "Allianoi war ein Kurort wie Baden-Baden heute", meint der Forscher. Die gefundenen Häuser waren von anspruchsvoller Architektur und sehr luxuriös. "Ein derartiger antiker Kurort ist wirklich außergewöhnlich."

Was Yaras allerdings schwer erschüttert, ist die Eile mit der die Behörden die antike Fundstätte, von der derzeit etwa 20 Prozent ausgraben wurden, fluten will. Mindestens fünf Jahre sollte noch zugewartet werden, oder man sollte überhaupt das Reservoir verlegen, fordert Yaras. Das Dammprojekt, das hier errichtet werden soll, wurde bereits 1993 von der Turkish State Waterworks Authority projektiert und hätte 2005 zu einer Flutung führen sollen. Der 700 Meter lange Yortanli Damm, der nur Teil eines umfassenden Wassersystems ist, soll dann 70 Quadratkilometer Ackerland bewässern. Bisher scheiterten alle Versuche seitens der Archäologen, die auch den Vorschlag machten mithilfe eines Schutzwalls die wertvolle historische Stätte zu schützen. Das Vorhaben scheint aber so gut wie fix zu sein, denn die türkische Regierung hat bereits sehr viel Geld in die Investition des Bewässerungssystems investiert. Nach Berichten von Nature könnte eine Lösung darin liegen, diplomatischen Druck auf die Türkei auszuüben. Tatsächlich scheint etwas ins Rollen gekommen zu sein, wie dies EU-Kommissär Olli Rehn bestätigt.

Wie wertvoll die Funde aus Allianoi tatsächlich sind, kann Pirson nur immer wieder unterstreichen. "Der Kurort der Antike, der bereits in hellenistischer Zeit besiedelt war und dann unter Kaiser Hadrian im zweiten Jahrhundert nach Christus ausgebaut wurde, liegt nahe eines Flusses, dessen Sedimentablagerungen dafür gesorgt haben, dass sehr viel derart gut erhalten ist", erklärt Pirson. Marmorne Böden und Wandverkleidungen, die bis zur Decke reichen, gehören ebenso dazu wie die Artefakte, die hier geborgen werden konnten. Bemerkenswert ist nach Ansicht der Experten die Lage Allianois unweit des Asklepieions von Pergamon, einem bedeutenden Medizinzentrum. Welche Zusammenhänge zwischen beiden Anlagen bestanden, ist bisher allerdings noch unbekannt. "Dennoch ist Allianoi ein wichtiger Baustein in unserem Bild antiker Heilkultur", so Pirson abschließend im pressetext-Interview.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Wolfgang Weitlaner
Tel.: +43-1-811 40-307
E-Mail:
pressetext.austria
   
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