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Fr, 25.05.2012
pte20061219002 Medien/Kommunikation, Computer/Telekommunikation
Der Rubel rollt nicht bei Google Russland
Azbuka bereitet der US-Suchmaschine Schwierigkeiten
Hamburg (pte002/19.12.2006/06:05) - Trotz seiner Sprachgewandtheit und seinem russisch-stämmigen Mitbegründer Sergey Brin stolpert der Suchmaschinenbetreiber Google ausgerechnet in Russland über das kyrillische Alphabet, die russische Grammatik und die russische Mentalität. "Unser Verständnis des Russischen war nicht so gut, wie wir es gerne gehabt hätten", bedauert Kannan Pashupathy, Leiter der Abteilung globale Technik bei Google, in der New York Times. Unter den Suchmaschinen schafft es Google gerade noch unter die besten zehn auf Platz acht. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala der Russen tummeln sich ausschließlich russische Suchmaschinenbetreiber, angeführt von Yandex http://www.yandex.com , der im Oktober 64 Prozent der Marktanteile für sich beanspruchen konnte. Ob es tatsächlich allein an der Sprache liegt, wie es der Techniker Pashupathy darstellt, ist allerdings zweifelhaft. "Ich glaube, dass die Schwierigkeiten woanders zu suchen sind. Man muss bedenken, dass der Konkurrent Yandex durch seinen frühen Markteintritt einen erheblichen Vorsprung genießt", so die Einschätzung von Stefan Keuchel, Sprecher von Google Deutschland, im pressetext-Gespräch. Auch das Chinesische sei komplex, bereite aber keine außergewöhnlichen Probleme, so Keuchel weiter. Der Eintritt auf den chinesischen Markt wurde Google allerdings erst gewährt, nachdem es sich bereit erklärt hat sämtliche Inhalte einer Selbstzensur zu unterwerfen. Mit Selbstzensur ist Google in Russland nicht konfrontiert, allerdings mit einer sattelfesten Konkurrenz. Weitere Mitbewerber am russischen Markt sind Mail.ru http://www.mail.ru , das mit 56 Prozent an zweiter Stelle liegt, und Rambler http://www.rambler.ru , das knapp dahinter Platz drei mit 53 Prozent belegt. Ganz so schlecht sieht es für Google in Russland aber nicht aus. Laut dem russischen Markforscher Comcon hat Google den Anteil der User von 2003 bis heute verdoppeln können. Dennoch muss sich Google auch an die russischen Alltagsrealitäten anpassen. Das Verständnis lokaler Unternehmen für den russischen Markt gehe über die Sprache hinaus, erklärt Irina Gofman, Vorsitzende von Rambler Media. So würden etwa nur wenige Unternehmen aus dem Klein- und Mittelstand über die Möglichkeit verfügen mit Kreditkarten oder über Online-Bezahldienste zu zahlen. Diese Tatsache wirkt sich auf das Geschäft mit textbezogener Werbung aus. So hätten russische Unternehmen Bezahlsysteme entwickelt, die mit traditionellen Konten funktionieren, so Gofman weiter. An diese Tatsachen muss sich Google anpassen, um es in Russland an die Spitze zu schaffen. Eine weitere Möglichkeit wäre, einen Mitbewerber zu schlucken. Yandex wäre hier ein aussichtsreicher Kandidat, jedoch soll es zwischen den beiden Unternehmen diesbezüglich noch zu keiner Annäherung gekommen sein. (Ende)
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