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Fr, 25.05.2012
pte20061215032 Computer/Telekommunikation, Medien/Kommunikation
Fehlender Wettbewerb behindert deutschen Breitbandmarkt
Konsolidierungsanreize im Kabelbereich nötig
Berlin (pte032/15.12.2006/13:55) - Im internationalen Vergleich liegt Deutschland bei der Verbreitung von Breitband-Internetzugängen weit hinten. Schuld daran ist vor allem der mangelnde Wettbewerb zwischen DSL- und Kabelnetzbetreibern, der primär auf Hindernisse im Kabelmarkt zurückzuführen ist. Zu diesem Schluss kommen die Autoren der aktuellen Studie "Kabelinternet in Deutschland" von WIK-Consult http://www.wik-consult.com . Im Auftrag des Deutschen Kabelverbandes http://www.deutscherkabelverband.de wurde nach Lösungsansätzen für eine verbesserte Entwicklung des Kabelinternetmarktes gesucht. "Wichtig wären ein paar Signale von Seiten des Bundeskartellamtes. Wenn kommende Fusionsanträge anders beurteilt werden, würde die Branche auch über Umstrukturierungen nachdenken", erläutert Peter Stamm, Mitautor der Studie, gegenüber pressetext den fehlenden Konsolidierungsprozess. Deutschland stellt den größten Kabelfernsehmarkt Europas dar. Während mehr als 55 Prozent der Haushalte Kabel-TV empfangen, beziehen nur 0,3 von 100 Deutschen Breitbandinternet über das Kabelnetz. Im Vergleich dazu liegt die Anzahl beim DSL-Zugang bei 12,6 pro 100 Einwohner. Das de facto DSL-Monopol stelle ein Hindernis für die Marktentwicklung dar, sagen die Studienautoren. Eine optimale Breitbandentwicklung könne Deutschland bis zum Jahr 2010 jedoch einen zusätzlichen wirtschaftlichen Gesamtnutzen von bis zu 46 Mrd. Euro und bis zu 265.000 neue Arbeitsplätze sichern. "Die Anreize sind da, gleichzeitig aber auch Hemmnisse", so Stamm. Der Grund für den bisher schleppenden Wettbewerb liegt nach Ansicht der Autoren in der Aufteilung der Kabelnetze in den 80er Jahren in zwei Ebenen. Während auf "Netzebene Vier" Betreiber von Hausverteilern tätig sind, befinden sich auf "Netzebene Drei" überregionale Zuführungsnetze. Große Kabelbetreiber hätten deshalb auf Ebene Drei oftmals keinen direkten Zugang zum Kunden. Solange hier keine Veränderung eintrete, könne eine optimale Breitband-Verbreitung in Deutschland nicht zustande kommen. Investitionen wären fehlgeleitet und langwierige Verhandlungen mit mehreren Beteiligten erschweren den Netzausbau. Zwar gab es bereits in den vergangenen Jahren Bestrebungen, diese Situation zu ändern. Bisher sprach sich das Bundeskartellamt aber meistens gegen Fusionen auf den Ebenen Drei und Vier aus, um den kleineren Wettbewerb auf den einzelnen Ebenen zu schützen. Innerhalb des vergangenen Jahres habe das Bundeskartellamt jedoch bereits einige Fusionen zugelassen, möglicherweise finde hier bereits ein Umdenken statt, sagt Stamm. Die Beurteilung möglicher Fusionen müsse an die veränderte Marktlage angepasst werden. "Viele Firmen scheuen diesen Prozess, da er mit Unsicherheit bezüglich der wettbewerbsrechtlichen Beurteilung verbunden ist. Der Anreiz dazu verringert sich zusätzlich, wenn von Vornherein klar ist, dass die Durchführung schwierig wird", so Stamm. Bei einer Verringerung der derzeitigen Markthürden könnte sich der Konsolidierungsprozess innerhalb von zwei bis drei Jahren entwickeln. Die Kabelbranche benötige mehr Gestaltungsspielraum, um selbstständig effizientere Strukturen zu organisieren. So würden auch Anreize für Konsolidierung entstehen, im Zuge derer nicht nur Kosten verringert sondern auch Größenvorteile ausgeschöpft werden könnten. Dadurch könnte der Wettbewerb mit DSL-Anbietern verstärkt werden. Im internationalen Vergleich könne Deutschland noch aufholen. Der noch nicht vollständig erschlossene Breitbandmarkt biete hierbei noch Potenzial. (Ende)
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