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pte20061128031 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie
Neuer Kinder-Malaria-Impfstoff in Ghana getestet
Erfolgreiche Kooperation mit Klinik für Tropenkrankheiten in Westafrika
Hamburg/Kumasi (pte031/28.11.2006/13:55) - In Ghana wird mit Unterstützung des Hamburger Bernhard Nocht Institutes BNI http://www.bni-hamburg.de seit kurzem ein viel versprechender neuer Malaria-Impfstoff für Kleinkinder auf seine Sicherheit und Wirksamkeit getestet. Die ghanaische Forschungsstation des Hamburger Tropeninstituts, das Kumasi Centre for Collaborative Research in Tropical Medicine" (KCCR) http://www.kccr.de , ist Partner einer internationalen Phase II Studie, die an insgesamt acht Zentren in Afrika durchgeführt wird. "Der Impfstoff per se ist nicht neu", so Bernhard Fleischer, Direktor des BNI, im pressetext-Interview. Im Test gehe es allerdings darum zu untersuchen, ob er wirklich nützlich ist und vor allem, ob er bei an Malaria erkrankten Kindern die Todesrate senken kann. "Die ghanesische Forschungsstation in Kumasi liegt in Mitten des Hochendemiegebietes für Malaria und anderer gefährlicher Tropenkrankheiten", erklärt der Immunologe. Das sei ein Grund, warum gerade hier mit der Forschung begonnen wurde. "Das Problem bei Malaria ist, dass ganz kleine Kinder so häufig daran sterben, weil ihr Immunsystem nicht in der Lage ist, mit dem Erreger fertig zu werden." Die meisten Erwachsenen hingegen überleben eine Malariaerkrankung trotz auftretenden Fiebers, erklärt der Experte. "Man kann sagen, dass Malaria eine tödliche Kinderkrankheit ist." Insgesamt werden in Ghana 540 Kinder zwischen fünf und 17 Monaten für die Studie rekrutiert und in den kommenden zwei Jahren regelmäßig medizinisch betreut. "Wir testen verschiedene Zusammensetzungen des Impfstoffs und verschiedene Impfpläne, um zu prüfen, wie diese Faktoren die Wirksamkeit beeinflussen", erklärt die Kinderärztin Jennifer Evans vom BNI. "Die Studien sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg, den Menschen in Ghana und im übrigen Afrika einen echten Schutz vor Malaria anbieten zu können. Ein Impfstoff mit 40 bis 50 Prozent Wirksamkeit könnte besonders Kleinkinder vor der lebensbedrohlichen Form der Malaria schützen und jährlich mehr als einer Million Menschen das Leben retten." Derzeit ist Malaria in Afrika eine der häufigsten Todesursachen für Kinder unter fünf Jahren. Der Impfstoff namens RTS,S wurde Ende der 1980er Jahre von GlaxoSmithKline Biologicals mit Partnern in den USA entwickelt. "Ein optimal zu 100 Prozent wirksamer Impfstoff ist das nicht, allerdings ist es derzeit das beste verfügbare Vakzin gegen Malaria tropica, der schwersten Form der Malaria", so Fleischer. Als Prophylaxe für Tropenreisen sei der Impfstoff nicht geeignet. "Die Impfung verhindert nicht die Infektion und damit die Ausbildung einer im Erwachsenenalter schützenden Immunantwort, trägt aber zur Reduktion der Malaria-Episoden bei und senkt das Risiko für einen schweren Verlauf der Malaria". Derzeit arbeiten zahlreiche Forschungseinrichtungen weltweit intensiv daran, einen neuen sicheren Impfstoff zu entwickeln, erklärt der Forscher, der allerdings einräumt, dass dies noch Jahrzehnte dauern könne. "Das große Problem ist der Zeitraum bis es zur Zulassung eines Wirkstoffes kommt. Dafür sind immense finanzielle Mittel notwendig." Seit 2001 wird RTS,S in Kooperation mit der gemeinnützigen Organisation PATH Malaria Vaccine Initiative http://www.malariavaccine.org für die Anwendung bei Säuglingen und Kleinkindern weiterentwickelt. Die Initiative wird zu großen Teilen von der Bill und Melinda Gates Stiftung finanziert. "Bis der Impfstoff RTS,S zugelassen wird, ist noch etwas Geduld nötig. Wenn alles nach Plan läuft, könnte der Impfstoff 2010 zur Zulassung eingereicht werden", rechnet Fleischer vor. "Als derzeit bestes Mittel gegen Malaria gilt Artemisin", meint Fleischer. Artemisin ist ein Wirkstoff aus der Traditionellen Chinesischen Medizin TCM und wirke gegen alle bekannten Malariaerreger und kennt keine Resistenzen. "Der Wirknachweis wurde in Großfeldstudien mit bis zu 10.000 Patienten in China, Vietnam und Thailand erbracht. Bereits 1972 isolierte eine chinesische Pharmakologin Tu Youyou an der China Academy of Traditional Medicine die Wirksubstanz Artemisin aus der chinesischen Heilpflanze Artemisia Annua zu Deutsch Wermut", bestätigt auch Andreas Bayer, Rektor der TCM-Privatuniversität http://www.tcm-university.edu , im pressetext-Interview. Eine Reportage über die Impfstudie am KCCR in Ghana wird heute, Mittwoch, um 18.30 Uhr im Wissenschaftsmagazin "Nano" auf 3sat gesendet. (Ende)
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