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Do, 24.05.2012
pte20061020023 Medien/Kommunikation, Computer/Telekommunikation
Digitalisierung: Privater Hörfunk hat massive Schwierigkeiten
ARD hat erhebliche Vorteile bei Finanzierung und Frequenzen
München/Berlin (pte023/20.10.2006/13:50) - Der private Hörfunk hat gegenüber der öffentlich-rechtlichen Konkurrenz erhebliche Nachteile. Dies geht aus der Studie 'Hörfunk in Deutschland - Rahmenbedinungen und Wettbewerbssituation' hervor, die gestern, Donnerstag, auf den Medientagen in München http://www.medientage-muenchen.de/ vorgestellt wurde. Durchgeführt wurde die Studie vom Institut Arbeitsgruppe Kommunikationsforschung München (AKM) und soll eine Bestandsaufnahme der Wettbewerbssituation zwischen dem öffentlich-rechtlichen und dem privaten Hörfunk darstellen. Zentrales Ergebnis der Untersuchung ist, dass die ARD gegenüber den privaten Radiosendern einige erhebliche Vorteile in den Bereichen Einnahmen und Frequenzen hat. Die öffentlich-rechtliche ARD soll aufgrund der garantierten Gebühreneinnahmen in der Höhe von mehreren Mrd. Euro jährlich über einen enormen Wettbewerbesvorteil verfügen. Diese Einnahmen werden direkt in Form von Angeboten in den Markt investiert und müssen nicht, wie Werbeeinnahmen dem Marktgesetz zufolge, refinanziert werden. Insgesamt stehen der ARD Einahmen aus Gebühren und Werbung in Höhe von über 3,2 Mrd. Euro zur Verfügung, wodurch der Wettbewerb klar zu Lasten der Privaten verzerrt wird, die lediglich 642 Mio. Euro jährlich einnehmen. Darüber hinaus blickt die ARD auf eine längere Geschichte zurück und verfügt somit über attraktivere Sendestandorte. Experten gehen davon aus, dass sich der Umstieg der Privatradios auf digitale Übertragungswege ohne weitere subventionelle Maßnahmen von Seiten des Staates als äußerst schwierig erweisen könnte. Die Gefahr eines weiteren Eingriffs in den freien Wettbewerb sieht Hartmut Schultz, Pressesprecher des Verbands Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT) http://www.vprt.de , hierbei nicht. "Aufgrund der Ausstattung der ARD mit Gebühren, die ja ebenfalls Subventionen darstellen, liegt sowieso kein freier Wettbewerb vor", erklärt Schultz gegenüber pressetext. Schon um die Chancengleichheit zu wahren, müsse hier auch eine Lösung für den privaten Rundfunk gefunden werden. Wie ein derartiges Modell aussehen könnte, ist noch ungewiss. "Es ist aber in jedem Fall erforderlich, hier ein Fördermodell zu entwickeln, andernfalls würde der private Rundfunk den Schritt in die Digitalisierung nicht chancengleich schaffen", so Schultz. Wie sich die Situation des privaten Rundfunks in Zukunft entwickeln wird, ist nach wie vor unklar. Einerseits würde dies von der zukünftigen Frequenzverteilung und andererseits von den digitalen Standards, die sich letzendlich durchsetzten werden, abhängen. "Momentan versuchen wir, die Weichen bei der Frequenzverteilung so zu stellen, dass die derzeitigen föderalen Strukturen auch weiterhin abgebildet werden und sich die privaten Radios auf allen Wegen weiterentwickeln können", so Schultz. Für eine langfristige Prognose, sei es in jedem Fall aber noch zu früh. (Ende)
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