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pte20061020004 Bildung/Karriere, Unternehmen/Finanzen
Wenig Mobilität unter deutschen Stellensuchenden
Schwerpunktverhalten und Karrierestatus beeinflussen Arbeitsplatzwechsel
(Foto: monster.de)
(Foto: monster.de)

Frankfurt am Main/Bad Homburg (pte004/20.10.2006/06:20) - Deutsche Stellensuchende zeigen sich im Bezug auf die Arbeitsplatzmobilität widersprüchlich. Zwar ist man sich über die Vorteile einer Stelle im Ausland bewusst, die Bereitschaft tatsächlich außerhalb Deutschlands zu arbeiten fehlt jedoch meistens. Zu diesem Schluss kommen die Studienautoren der "Bewerbungspraxis 2007", erstellt in Zusammenarbeit von dem Online-Karriere-Portal Monster Worldwide http://www.monster.de und den Centre of Human Resources Information Systems der Universitäten Frankfurt und Bamberg.

"Unsere Studie zeigt einerseits, dass die meisten Kandidaten sich der zunehmenden Internationalisierung des Arbeitsmarktes bewusst sind und auch die Vorteile einer zeitweiligen Arbeit im Ausland, insbesondere im Sammeln neuer Erfahrung, dem Lernen neuer Sprachen und der persönlichen Weiterentwicklung, sehen. Über die Hälfte nimmt auch eine größere Arbeitsplatzsicherheit im Ausland wahr", erklärt Tim Weitzel, Lehrender für Wirtschaftsinformatik an der Universtität Bamberg. Trotzdem seien nur knapp mehr als 25 Prozent der Befragten bereit im Ausland zu arbeiten.

Rund 40 Prozent der Studienteilnehmer wären bereit, innerhalb Deutschlands das Bundesland zu wechseln, um einen Arbeitsplatz annehmen zu können. Ein Viertel der Befragten bevorzugt den Verbleib innerhalb des eigenen Landkreises oder der eigenen Stadt. Wie aus dem Teilergebnis der Studie ersichtlich wird, steigt die Mobilität mit dem Karrierestatus. Beinahe die Hälfte jener Teilnehmer, die aus der Geschäftsführung stammen, zeigt sich offen für einen Wechsel ins Ausland, der Anteil unter langjährigen Angestellten liegt dagegen bei nur 20 Prozent.

Auffallend ist auch die nach Berufsgruppen variierende Mobilität. Die Auswertung der Studie zeigt, dass Arbeitnehmer aus der Consulting-Branche die größte Bereitschaft zur Mobilität zeigen. Knapp 48 Prozent der Befragten aus diesem Berufsfeld gaben demnach an, sich einen Wechsel ins Ausland vorstellen zu können, an zweiter Stelle folgen Stellensuchende aus naturwissenschaftlichen Berufen (43,5 Prozent). 62,2 Prozent der teilnehmenden Mitarbeitern aus technischen Berufen gaben an, deutschlandweit nach neuen Stellen zu suchen. Auch 54,5 Prozent des Personals aus der Marketing- und PR-Branche ist bereit im gesamten Bundesgebiet zu arbeiten. Kaum mobil bei der Arbeitswahl zeigen sich dagegen Vertreter aus dem Bereich IT und Telekommunikation, die zu 63 Prozent angaben, nur innerhalb ihres eigenen Bundeslandes nach neuen Stellen zu suchen. Ausschließlich auf ihren Landeskreis beschränken sich 30 Prozent der Stellensuchenden aus dem Bereich Medizin.

Bei der Idee, das Land zu wechseln sei die Flexibilität der Stellensuchenden noch überstrapaziert, vielmehr finde man ein Schwerpunktverhalten vor, erklärt Alexandra Güntzer, Pressesprecherin bei Monster Worldwide Deutschland, die Ergebnisse im Gespräch mit pressetext. "Das Verständnis ist noch nicht überregional oder global ausgeprägt, sondern eher begrenzt auf das eigene Land." So finden sich in Deutschland beispielsweise lokale Schwerpunkte für die IT-Branche wie in München oder im Raum Frankfurt. Stellensuchende würden keine Notwendigkeit sehen, in eine Region zu wechseln, die nicht über den gesuchten Schwerpunkt verfügt und demnach weniger Chancen auf den gewünschten Arbeitsplatz bietet, so Güntzer.

Stellt man die Befragten vor die Wahl, in welchem Land sie in Zukunft arbeiten möchten, so ziehen knapp 60 Prozent der Befragten eine Anstellung in Deutschland vor. 13,3 Prozent würden primär eine Stelle in Westeuropa annehmen, 9,4 Prozent zieht es nach Australien, danach folgen Nordamerika (7,2 Prozent) und Asien (vier Prozent). Den Vorzug Australiens vor Nordamerika erklärt Güntzer mit der einfacheren Handhabung der Formalitäten. Während der Abschluss von Arbeitserlaubnis und Verträgen im europäischen Raum am wenigsten Probleme verursachen, liegt auch Australien mit einer flexibleren Abwicklung der Aufenthaltsgenehmigung noch vor den USA. Auch sei hier durch das Commonwealth eine starke englische Orientierung und damit ein europäischer Bezug gegeben.

78 Prozent der Befragten wissen, dass grenzüberschreitende Mobilität Vorteile für ihren beruflichen Weg bringen würde, die Umsetzung dieses Wissens schreite jedoch noch langsam voran, so Güntzer. In absehbarer Zeit würde die Mobilität jedoch zunehmen, wobei sich diese im europäischen Raum schneller entwickle als auf globaler Ebene. Die vollständige Studie "Bewerbungspraxis 2007" wird erst Ende des Jahres veröffentlicht. Insgesamt nahmen mehr als 11.000 Stellensuchende aus Deutschland an der Online-Befragung teil.

(Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Victoria Schubert
Tel.: ++43-1-81140-305
E-Mail:
pressetext.deutschland
   
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