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Sa, 11.02.2012
pte20061005034 Auto/Verkehr, Unternehmen/Finanzen
Ryanair fliegt auf Aer Lingus
Zugang zu lukrativen Transatlantik-Flügen geplant
Dublin (pte034/05.10.2006/13:51) - Nur wenige Tage nach dem Börsendebüt der ehemals staatlichen irischen Fluggesellschaft Aer Lingus hat der Billigflieger Ryanair http://www.ryanair.com überraschend Interesse an einer Komplettübernahme des bisherigen Konkurrenten angemeldet. Mit mehr als 16 Prozent hat sich Ryan Air bereits bei Aer Lingus eingekauft, nun bietet das Unternehmen 2,8 Euro pro Aktie für die restlichen Anteile. Das Angebot liegt damit 27 Prozent über dem IPO-Preis von 2,2 Euro pro Aktie und bewertet Aer Lingus mit 1,48 Mrd. Euro. "Dieses Angebot bietet eine einzigartige Möglichkeit eine starke Fluggesellschaft für irische und europäische Kunden zu schaffen", schwärmt Ryanair-Chef Michael O'Leary. Ein möglicher Zusammenschluss würde eine Airline mit jährlich mehr als 50 Mio. Passagieren hervorbringen, die sich dann mit den Branchengrößen wie Lufthansa oder Air France messen könne. Im Falle einer Übernahme soll Aer Lingus eigenständig bleiben. Im Flugplan der beiden bisherigen Rivalen gibt es nur wenige Überschneidungen. Laut O'Leary werden derzeit gerade 17 von 500 Routen von beiden Fluglinien bedient. Die geplante Übernahme ist Ausdruck des zunehmenden Wettbewerbsdrucks auf dem europäischen Flugmarkt. "Man sieht daran, dass im Airline-Bereich wieder zunehmend akquiriert wird", sagt etwa Metzler-Analyst Jürgen Pieper im Gespräch mit pressetext. Airlines seien auch als Investition wieder interessant. Einer ländergreifenden Konsolidierungswelle stehen allerdings die unterschiedlichen Flugrechte im Wege. Ein besonderes Augenmerk hat Ryanair bei der Übernahme auch auf die lukrativen transatlantischen Routen von Aer Lingus gelegt. Ryanair hat etwa bereits angekündigt, die Transatlantik-Flotte von Aer Lingus ausbauen und die Angebote im Langstreckenbereich verbessern zu wollen. Diese Strategie lässt sich nach Expertenmeinung aber nicht auf alle Billigflieger übertragen. Air Berlin etwa sei ganz bewusst kein globaler Anbieter, meint Analyst Pieper gegenüber pressetext. Angesichts der massiven Investitionen etwa in neue Maschinen, die zusätzliche Pilotenausbildung sowie Start- und Landerechte würde ein solcher Schritt wenig Sinn machen, so Pieper. Derweil könnte bei dem geplanten Ryanair-Zukauf die irische Regierung, die auch nach dem Börsengang noch rund ein Drittel der Anteile an Aer Lingus hält, das Zünglein an der Waage spielen. Man werde keine Aer Lingus-Aktien verkaufen, ließ das irische Finanzministerium http://www.finance.gov.ie mitteilen. Ryanair will zumindest die Mehrheit an Aer Lingus übernehmen, müsste also den Großteil der anderen Aktionäre zu einem Verkauf ihrer Anteile bewegen. (Ende)
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