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pte20061002013 Computer/Telekommunikation, Unternehmen/Finanzen
BenQ Mobile: Rettung "überaus schwierig"
30 Mio. Euro-Fonds: Siemens-Manager verzichten auf Gehaltserhöhung
"Endspiel" für BenQ Mobile (benqmobile.com)

München (pte013/02.10.2006/11:46) - Noch besteht ein Funken Hoffnung für die ehemalige Siemens-Handysparte, die nach dem Ausbleiben weiterer Zahlungen des Mutterkonzerns BenQ http://www.benq.com am vergangenen Freitag Insolvenz anmelden musste. Für drei Monate steht noch Insolvenzgeld zur Verfügung. Zumindest bis zum Jahresende könne die Produktion aufrechterhalten werden, so Insolvenzverwalter Martin Prager. Eine Rettung von BenQ Mobile in Deutschland http://www.benqmobile.de sei zwar nicht ausgeschlossen, dürfte sich aber "überaus schwierig" gestalten, meint Sal. Oppenheim-Analyst Nicolas von Stackelberg im Gespräch mit pressetext. Als eine Möglichkeit für das Überleben sieht von Stackelberg etwa ein Fortbestehen als Teil eines großen Auftragsfertigers.

"Das Unternehmen hat vor allem an seiner Positionierung gekrankt", erklärt der Analyst. BenQ Mobile sei nicht groß genug, um im Einstiegsbereich mit seinem extremen Preisdruck entsprechende Skaleneffekte zu nutzen. "Andererseits hat es die ehemalige Siemens-Handysparte nicht geschafft, sich mit einem eigenen Profil im Highend-Bereich zu positionieren", so von Stackelberg. Im Weihnachtsgeschäft komme es nun auf das Verhalten der Mobilfunkbetreiber als wichtigstem Vertriebskanal an. Die würden aber erst einmal abwarten wie es weiter geht, vermutet von Stackelberg.

Der ehemalige Mutterkonzern Siemens geht jedenfalls nach massiven Vorwürfen aus der Öffentlichkeit in die Offensive. Ein 30 Mio. Euro-Fonds soll eingerichtet werden, wie Siemens-Chef Klaus Kleinfeld der Bild-Zeitung verriet. Zudem wollen die Siemens-Manager offenbar auf ihre geplante 30-prozentige Gehaltserhöhung (pressetext berichtete: http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=060918003 ) verzichten. Mit dem Geld sollen Umschulung und Weiterbildung der vor dem Aus stehenden 3.000 BenQ-Mobile-Mitarbeiter in Deutschland finanziert werden. "Ich würde das entsprechend positiv würdigen", meint Analyst von Stackelberg dazu, auch wenn Siemens damit vielleicht auch Imageschäden begrenzen wolle. "Viele Unternehmen wären zu einem solchen Schritt nicht bereit", betont von Stackelberg gegenüber pressetext.

Nachdem BenQ seiner Mobilfunktochter in Deutschland in der Vorwoche überraschend den Geldhahn zugedreht hat (pressetext berichtete: http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=060928049 ) droht nun ein gerichtliches Nachspiel. Laut Medienberichten prüft Siemens bereits juristische Schritte. "Es sind noch viele Fragen offen", meint auch von Stackelberg. "So wie BenQ mit dem Thema umgegangen ist, ist jede Menge Ärger vorprogrammiert." Ein Zeitungsbericht etwa nährt den Verdacht, BenQ könnte die Pleite seiner Mobilfunktochter bewusst vorbereitet haben. Laut der Süddeutschen Zeitung hätten Unterhändler aus Taiwan Siemens vor zwei Wochen aufgefordert, ausstehende Zahlungen von mindestens 50 Mio. Euro an die deutsche Tochter vorzuziehen und nach Taiwan umzuleiten.

BenQ hatte die ehemalige Siemens-Handysparte vor rund einem Jahr übernommen und sich damit auf einen Schlag unter die Top 5 der weltweiten Handyhersteller katapultiert. Die Mobilfunktochter lag dem Elektronikkonzern aber seit der Übernahme schwer im Magen. Insgesamt hat der taiwanesische Konzern trotz einer millionenschweren "Mitgift" von Siemens nach eigenen Angaben mehr als 800 Mio. Euro in BenQ Mobile investiert und verloren.

(Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Jörn Brien
Tel.: +43-1-81140-318
E-Mail:
pressetext.deutschland
   
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