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Do, 24.05.2012
pte20060717019 Medien/Kommunikation, Politik/Recht
BBC fordert Gebührenerhöhung für Digitalangebot
Privatsender fürchten Wettbewerbsverzerrung
London (pte019/17.07.2006/13:10) - Während Großbritanniens öffentlich-rechtlicher Sender BBC http://www.bbc.co.uk eine Gebührenerhöhung fordert, fürchten die Privatsender, wie in anderen EU-Ländern auch, eine Wettbewerbungsverzerrung zu ihrem Nachteil. Die Regierung überprüft derzeit eine Neuauflage der Finanzierung der unabhängigen Rundfunkanstalt. Kritik wird laut an der Programmgestaltung des einst vorbildlichen Senders, dessen Qualität im Rahmen des Quotenwettkampfes mit den Privatsendern mehr und mehr an Qualität einbüße, heißt es im Media Guardian. Die BBC begründet die geforderte Erhöhung mit dem Ausbau moderner Übertragungsangebote wie digitales Fernsehen und Internet. Die sinkenden Zuschauerzahlen bringen die Rundfunkanstalt in Zugzwang. Im Jahresbericht der BBC, der diesen Monat veröffentlich worden ist, spricht Mark Thompson, BBC-Chef, von der Beziehung zu den Zuschauern, die sich im stetigen Wandel befindet. "Die BBC macht derzeit einen großen Wandel durch, da sie von der traditionellen, linearen Übertragung zu anspruchsvollen und interaktiven digitalen on-demand Medien übergeht", so Thompson. Pläne der BBC in kommerzielle Aktivitäten vorzudringen, haben jedoch die Privatsender aufgebracht. Im Zentrum der Kritik stehen die Werbeeinnahmen der BBC-Radiosender und -Webseiten sowie des TV-Senders BBC World. Das TV-Programm der BBC für Großbritannien darf keine Werbung ausstrahlen. Auch in Deutschland sprach sich die Privatwirtschaft im Mai dieses Jahres gegen die geforderte Aufstockung der Finanzmittel der Online-Aktivitäten öffentlich-rechtlicher Sender aus (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=060531038 ). Sollte die Gebührenerhöhung in vollem Ausmaß durchgesetzt werden, fürchtet Charles Allen, Chef des britischen Privatsenders ITV http://www.itv.com , eine derartige Wettbewerbungsverzerrung, dass es für kommerzielle Fernsehsender unmöglich sein werde auf derselben Ebene mitzuhalten. Jeder Brite im Besitz eines Fernsehgerätes zahlt im Jahr eine Fernsehgebühr von 193 Euro. Auch intern muss die BBC Kritik einstecken. Mitarbeiter befürchten die Fortsetzung des 2005 begonnenen Stellenabbaus. Im vergangenen Jahr wurden im Rahmen des Restrukturierungsplans bereits 1.000 Stellen gestrichen. Weitere 2.000 Jobs sollen noch folgen. Die National Union of Journalists (NUJ) http://www.nuj.org.uk hat zu Streiks in den kommenden Monaten aufgerufen. (Ende)
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