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Sa, 11.02.2012
pte20060707003 Forschung/Technologie, Unternehmen/Finanzen
Mittelstand: Leere Taschen hemmen Innovationsfreude
BVMW-Präsident Ohoven sieht "sträfliche Vernachlässigung der Bildung"
Frankfurt am Main (pte003/07.07.2006/06:20) - Laut einer aktuellen Studie der KfW Bankengruppe http://www.kfw.de und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, plagt den deutschen Mittelstand ein Innovationsproblem. Zwar haben zwischen 2002 und 2004 etwa 42 Prozent aller Mittelständler in Deutschland ein Innovationsprojekt erfolgreich durchgeführt und damit vier Prozent mehr als in den Jahren 2000 bis 2002. Mit der Qualität der Innovationen geht es allerdings bergab und das gerade in forschungsintensiven Branchen wie der Automobilindustrie oder der Medizintechnik. Verantwortlich dafür machen die KfW-Experten vor allem Finanzierungsschwierigkeiten. So sank im Verarbeitenden Gewerbe der Anteil der Unternehmen, die erfolgreich eine Marktneuheit eingeführt haben, von 15 auf zehn Prozent. Darüber hinaus sei gerade bei den jungen Unternehmen in punkto Innovationsdynamik ein Abwärtstrend zu erkennen. "Dies könnte zu einer Gefahr für die Leistungsfähigkeit des Innovationssystems werden", warnt etwa Hans W. Reich, Vorstandssprecher der KfW Bankengruppe. Die Studienautoren sehen durch die Innovationsschwäche die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft bedroht und rechnen mit nachteiligen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Für Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft http://www.bvmwonline.de , ist dagegen der Mittelstand nicht die Schwachstelle in punkto deutsche Innovationskraft. "Innovation findet doch gerade im Mittelstand statt. Rund drei Viertel aller Patente werden von KMU geliefert", betont Ohoven auf Anfrage von pressetext. Vielmehr habe sich Deutschlands Gewicht bei der Forschung und Entwicklung in den letzten 25 Jahren insgesamt nahezu halbiert. Einen Grund für die Innovationsschwäche sieht Ohoven auch in fehlendem Risikokapital, vor allem aber in der "sträflichen Vernachlässigung der Ressource Bildung". Nur durch massive Investitionen des Staates in Bildung, Wissenschaft und Forschung könnte auch die Qualität der Innovationen wieder gesteigert werden. "Deutschland muss das Lissabon-Ziel erreichen und bis 2010 drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Forschung und Entwicklung ausgeben", fordert Ohoven, "derzeit sind es etwa 2,5 Prozent." Während die KfW-Experten Finanzierungsschwierigkeiten als größtes Hindernis bei der Entwicklung und Einführung von neuen Produkten ausgemacht haben, sieht Ohoven administrative Hemmnisse als größte Innovationsbarriere. "Es kommt jetzt in erster Linie darauf an, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen zu verändern, damit die KMU ihr Innovationspotenzial voll entfalten können", so Ohoven gegenüber pressetext abschließend. (Ende)
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