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pte20060609019 Bildung/Karriere, Medien/Kommunikation
Virtuelles Rollenspiel gegen Mobbing und Gewalt an Schulen
Software Fear Not wird ab 2007 getestet
Bamberg (pte019/09.06.2006/12:30) - Zur Reduzierung von Mobbing und Gewalt an Schulen haben Psychologen des Instituts für Theoretische Psychologie der Universität Bamberg http://web.uni-bamberg.de/ppp/insttheopsy/ jetzt die Software Fear Not entwickelt. Das virtuelle Rollenspiel dient als neue Konfliktlösungsstrategie an Schulen und wird von der EU finanziert. Es soll ab 2007 in Deutschland und Großbritannien in einer Evaluationsstudie getestet werden. Experten schätzen, dass zwischen acht und zehn Prozent der Schüler von andauernder täglicher Schikane und Ausgrenzung, Bullying genannt, betroffen sind. "Jungs üben Bullying physisch durch Gewalt aus, während Mädchen auf psychischer Ebene agieren" so Sibylle Enz, Psychologin am Institut für Theoretische Psychologie der Universität Bamberg, im Gespräch mit pressetext. Bei Kindern hat dies gravierende psychische und physische Folgen wie beispielsweise Depression, Verlust des Selbstwertgefühls, schulische Misserfolge und gesundheitliche Probleme. Bullying findet vor allem auf den Schulhöfen und Gängen, vor und nach dem Unterricht, in den Umkleidekabinen und auf dem Schulweg statt. Das Computerprogramm lässt Schüler verschiedene Mobbing- und Gewaltszenen durchleben. Sie sollen im virtuellen Rollenspiel die Perspektiven aller Beteiligten kennen und die Probleme verstehen lernen. Dadurch kann das Verständnis für psychologische Prozesse in einer Bullying-Situation erhöht und Lösungsstrategien entwickelt werden. In der ab 2007 geplanten Studie soll erfasst werden, ob das Programm geeignet ist, das soziale und emotionale Lernen der Kinder zu fördern. Es ist beabsichtigt Schüler der Klassen drei und vier zu testen. Der Test bestehe aus drei Phasen. Die erste und dritte Phase dient der psychischen Diagnostik mit Hilfe von Fragebögen, Interviews und Beobachtungen. In Phase zwei wird die Software in die Interaktion mit dem Unterricht eingebettet, erläutert Enz. Wenn die Effektivität der Software empirisch nachgewiesen werden kann, ist der Einsatz des Computerprogramms in Schulen vorstellbar. Erste Ergebnisse seien aber frühestens nach Abschluss des Projektes Ende 2008 möglich, erklärt Enz. (Ende)
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