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pte20060608049 Tourismus/Reisen, Handel/Dienstleistungen
TUI-Chef: 45-plus-Generation werbemäßig nicht ernst genommen
Finanzstärkste Zielgruppe wird vernachlässigt
Wien (pte049/08.06.2006/16:08) - Das kräftige Wachstum im Tourismussegment, das der Konzern TUI http://www.tui.com für die kommenden Jahre voraussagt, wird in erster Linie dem Kundensegment der 45-plus-Generation zu verdanken sein. Zu diesem Schluss kommt der Vorstandsvorsitzende des TUI-Konzerns Michael Frenzl bei einem Tourismus-Forum in Wien. "Genau dieses Segment wird aber bei der Werbung sträflich vernachlässigt", kritisiert Frenzl. Wer diese Kunden als Senioren bezeichne, habe die Situation falsch eingeschätzt. Der TUI-Chef glaubt nicht, dass der Reisemarkt unter dem zunehmenden Kostendruck der Bürger stark leiden wird. "Untersuchungen haben ergeben, dass der Urlaub und die Reise eine hohen Stellenwert genießen. In diesem Segment wollen die Menschen am wenigsten sparen", so Frenzl. Ein derartig hoher Stellenwert beflügle das Wachstum. Der TUI-Experte rechne mit einem jährlichen Wachstum zwischen drei und fünf Prozent. Frenzl betonte allerdings auch, dass es auf dem Reisemarkt noch zu gewaltigen Veränderungen kommen werde. Dies sei einerseits durch die Alterspyramide aber auch durch eine Veränderung des Freizeitverhaltens zu erklären. Bereits heute sind bei TUI 50 Prozent der Kunden über 50 Jahre alt. "Diese Kunden wollen einen hohen Qualitätsstandard - eine Mischung aus Aktiv- und Kultururlaub. Und sie sind bereit dafür Geld auszugeben", so Frenzl. "Neben dem 11.September 2001 war das Internet die größte Veränderung der gesamten Branche", so Frenzl. Bis zum Jahr 2001 gab es entweder selbstorganisierte Reisen oder Packages. "Mit dem Internet wurde eine neue Kategorie der Reise geschaffen. 2002 war der Internet-Markt mit einem Anteil von 7,7 Prozent noch relativ klein, 2005 stieg der Anteil bereits auf mehr als 20 Prozent." Die Experten schätzen, dass bis 2010 das Web insgesamt ein Drittel des gesamten Marktes beherrschen werde. "Der interaktive Kanal, bei dem Kunden einzelne Segmente selbst zusammenstellen können, wir damit ein wesentlicher Bestandteil", so Frenzl. Frenzl reklamierte erst vor kurzem die Marktführerschaft im virtuellen Reisegeschehen in den Kernmärkten Deutschland und Großbritannien für seinen Konzern. In den kommenden beiden Jahren wird ein Wachstum des europäischen Online-Reisemarktes von 60 Prozent vorausgesagt. Dass der Welttourismus zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig geworden ist, daran zweifle heute kaum mehr jemand. Die Zahl der Beschäftigten in der Branche sei gewaltig: 280 Mio. unmittelbare Arbeitsplätze. "Tourismus ist eine Job-Maschine", so der TUI-Chef, der vorrechnet, dass eine Mio. Gäste bis zu 200.000 Arbeitsplätze schaffen können. Das sei ein enormer Beitrag. "Eine der wesentlichen Voraussetzungen für den Fremdenverkehr ist eine intakte Umwelt." Kein anderer Wirtschaftszweig sei mehr davon abhängig vor Ort saubere Strände, saubere Luft und saubere Umgebung vorzufinden, wie der Fremdenverkehr. Darüber hinaus trage der Tourismus auch die wirtschaftliche und soziale Verantwortung für ganze Regionen. "Wir denken etwa an die Mittelmeerinsel Mallorca mit jährlich elf bis 12 Mio. Gästen", so Frenzl. (Ende)
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