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Do, 24.05.2012
pte20060405034 Umwelt/Energie, Forschung/Technologie
Maßnahmen gegen Feinstaubbildung reichen nicht aus
Anteil von Ruß an Partikelmasse geringer als angenommen
Darmstadt/Mainz (pte034/05.04.2006/13:40) - Das Fachgebiet Umweltmineralogie an der Technischen Universität Darmstadt http://www.tu-darmstadt.de untersuchte gemeinsam mit dem Institut für Physik der Atmosphäre der Universität Mainz http://www.uni-mainz.de ein Jahr lang die Luft im Rhein-Main-Gebiet und gelang dabei zu der Schlussfolgerung, dass die bisherigen Maßnahmen gegen Feinstaubbildung nicht ausreichend sind. Da die genaue Zusammensetzung des Feinstaubs häufig nicht bekannt ist, führen die Städte ihren Kampf teilweise an der falschen Stelle. Die durchgeführten Maßnahmen beschränken sich hauptsächlich auf die Verringerung von Rußpartikel. Diese Reduktion ist absolut notwendig, da es sich bei Ruß um eine toxische Komponente handelt. Wegen ihres geringen Anteils an der gesamten Masse wird die Verringerung dieser Teilchen alleine jedoch an vielen Standorten nicht ausreichen, um unter der Feinstaub-Obergrenze zu bleiben. Abseits der Hauptverkehrswege dominieren jedoch Partikel - so genannte sekundäre Aerosols -, die aus Reaktionen von Vorläufergasen entstehen. Die detaillierte Analyse der Partikelmasse mit Methoden der Raster- und Transmissionselektronenmikroskopie, wie sie deutschlandweit nur in der Darmstädter Gruppe durchgeführt wird, ergab in diesen Gebieten nur ein geringer Rußpartikelanteil. Die Dominanz des sekundären Aerosols zeigt nun, dass man sehr viel stärker über die Reduktion der Vorläufergase nachdenken muss. "Zudem ist es sehr wichtig, dass der Kampf gegen Feinstaub in einem größeren Rahmen betrachtet wird", erklärt der Darmstädter Geowissenschaftler Stephan Weinbruch im Gespräch mit pressetext. Da Feinstaub über größere Strecken transportiert werden kann, sind Maßnahmen, die sich auf den städtischen Raum beschränken, nicht ausreichend. "Man sollte ein Konzept für die ganze Region entwickeln und sich dabei nicht nur auf den Autoverkehr konzentrieren, sondern auch Emissionen von Industrie und Haushalt in Betracht ziehen", meint Weinbruch. (Ende)
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