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Mo, 13.02.2012
pte20060110033 Forschung/Technologie, Medizin/Wellness
Zukunftsweisende Technologie verbessert Wirksamkeit von Probiotika
Polymer-Hülle schützt Mikroorganismen
Bremerhaven (pte033/10.01.2006/14:50) - Mit einem neuen Verfahren ist es Wissenschaftlern des Technologie-Transfer-Zentrums (ttz) Bremerhaven http://www.ttz-bremerhaven.de erstmals gelungen, probiotische Bakterien so zu verpacken, dass sie unbeschadet an ihrem Wirkungsort ankommen. Dazu werden die lebenden Kulturen mit einer Hülle aus Polymeren überzogen, die den Inhalt schützen soll. Erst durch diese sanfte Verkapselung überstehen die Mikroorganismen einerseits die Produktion der probiotischen Lebensmittel und andererseits den Weg durch Magen und Dünndarm, um erst im Dickdarm ihre positive Wirkung zu entfalten. Bisher stellt sich oft das Problem, dass die Probiotika den Dickdarm nicht lebend erreichen und deshalb Gesundheit und Wohlbefinden des Konsumenten nicht verbessern können. "Durch das sanfte Verfahren werden die Mikroorganismen nicht in Mitleidenschaft gezogen", erklärt ttz-Projektleiterin Marta Macias im Gespräch mit pressetext. Bei anderen Technologien würden die Lebendkulturen zu heiß werden oder wären einer zu hohen mechanischen Belastung ausgesetzt. Bei der bereits patentierten Flow-Focusing-Technologie jedoch werden die probiotischen Bakterien "mit einem Material umhüllt, das dem niedrigen pH-Wert im Magen Stand hält und sich erst im hohen pH-Bereich des Dickdarms auflöst." "Diese sanfte Verkapselung von probiotischen Mikroorganismen stellt ein zukunftsweisendes Verfahren dar", kommentiert ttz-Geschäftsführer Werner Mlodzianowski das FLOCAP-Projekt. Zukunftsweisend vor allem deshalb, weil die Partikel mit einer Größe von rund 30 Mikrometern beim Verzehr nicht wahrgenommen werden. Bereits im nächsten Jahr soll das Verfahren in der Lebensmittelindustrie eingesetzt werden. "Momentan ist der Markt für FunctionFood unterdurchschnittlich", sagt Mlodzianowski im pressetext-Gespräch. Das liege daran, dass in der Werbung viel versprochen werde, aber noch keine ausreichenden Belege existieren. Der ttz-Geschäftsführer schätzt den Marktwert des EU-Forschungsprojekts, an dem neun weitere europäische Projektpartner mitarbeiten, auf einen "mindestens dreifachen Euro-Millionenbetrag." Dabei siedelt er das Potenzial, das im Sektor FunctionFood steckt, deutlich höher an. "Das gesamte Potenzial dort beträgt etwa drei Milliarden Euro." Doch nicht nur in der Lebensmittelindustrie kann das Verfahren Anwendung finden. "Auch in der pharmazeutischen Industrie oder in der Medizin wäre ein Einsatz denkbar", sagt ttz-Projektleiterin Marta Macias abschließend. (Ende)
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