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Mo, 13.02.2012
pte20060104012 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie
Heilmittel aus dem Meer vor Markteinführung
Forschungsprojekt "Neue Wirkstoffe und Biomaterialien" erfolgreich beendet
Greifswald (pte012/04.01.2006/13:55) - Das Biotechnologie-Forschungsprojekt "Neue Wirkstoffe und Biomaterialien" des Landes Mecklenburg-Vorpommern ist nach drei Jahren erfolgreich beendet worden. Die Universitäten in Greifswald http://www.uni-greifswald.de und Rostock http://www.uni-rostock.de haben sich mit der Entwicklung von neuen marinen Wirkstoffen und Biomaterialien befasst. Die Wissenschaftler haben dabei einige sehr viel versprechende Entdeckungen gemacht, die schon knapp vor der Markteinführung stehen. Die Beiträge der Greifswalder Wissenschaftler um Ulrike Lindequist vom Institut für Pharmazie und Frieder Schauer vom Institut für Mikrobiologie konzentrieren sich auf die Suche nach neuen Wirkstoffen aus marinen Organismen. Dazu wurden in Kooperation mit dem Institut für Marine Biotechnologie in Greifswald über 300 Algen, Pilze, Muscheln, Schnecken und Würmer untersucht, aus denen verschiedene Wirkstoffe isoliert und chemisch definiert wurden. Die gewonnenen Substanzen wurden anschließend auf ihre Wirkung gegen Krankheitserreger wie etwa Viren, Bakterien, Pilze, aber auch gegen Tumorzellen sowie auf Knochenzellen (Osteoporose-Schutz), Hautzellen und verschiedene Enzyme geprüft. Die Substanzen wurden daraufhin in Rostock analysiert, nachsynthetisiert und in größeren Mengen hergestellt. In Greifswald erfolgte gleichzeitig die Charakterisierung der Wirkungsmechanismen und die weitere Variierung der Struktur. Im Rahmen des Forschungsprojektes konnte auf diesem Weg ein neues, international patentiertes Verfahren entwickelt werden, bei dem Enzyme aus holzzerstörenden Pilzen, wie etwa dem Zinnoberschwamm (Pycnoporus cinnabarinus) zum Einsatz kommen. "Ein erstes Präparat zur speziellen Anwendung auf der Haut steht kurz vor der Markteinführung", erklärt Schauer im pressetext-Interview. Es handele sich dabei um ein Heilpräparat, das als Kosmetikum verwendet werde und auch Infektionen vorbeugen könne. Darüber hinaus ist es den Forschern gelungen, eine neue Technologie zur Herstellung eines biologisch abbaubaren Proteinklebers zu entwickeln, der dem sehr wirksamen Klebstoff der Miesmuschel nachempfunden ist. "Dieser Kleber ist zwar im Grunde kein marines Produkt, aber er wurde der Natur praktisch abgeschaut, indem ähnliche Proteinanteile, wie sie in den Klebstoffen der Miesmuscheln vorkommen, im Labor nachsynthetisiert wurden ", erklärt der Wissenschaftler. Die im Labor künstlich hergestellten Peptide weisen im Vergleich zu den originalen Muschelklebern zunächst noch eine zu geringe Klebkraft auf. Werden allerdings Enzyme aus den holzzerstörenden Pilzen hinzugefügt, erhöht sich diese. Der neue Proteinkleber soll nach einer Verträglichkeitsprüfung schon bald für das Verheilen von inneren Wunden nach chirurgischen Eingriffen oder von verletzten Knochenteilen eingesetzt werden. (Ende)
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