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pte20051222021 Medien/Kommunikation, Kultur/Lifestyle
Baby-TV steht in den Startlöchern
Experten kritisieren Fernsehen für Kleinkinder
Wien (pte021/22.12.2005/13:55) - Im kommenden Jahr soll in Deutschland ein neuer Fernsehsender gestartet werden. Nichts Ungewöhnliches an sich, wenn man nicht die Zielgruppe beachtet, denn der Pay-TV-Sender soll für Kinder im Alter von null bis drei maßgeschneidert sein. Die Idee dafür stammt aus Israel und ist dort bereits zum erfolgreichsten Bezahlsender des Landes avanciert. In Deutschland soll die rund zwei Millionen starke Zielgruppe mit eigens von Experten entwickeltem Programm "versorgt" werden und "eine sichere, kleine Welt für die Entwicklung und Entdeckung des Kleinkindes" darstellen. Weiters wird es auch ein Einschlafprogramm, bestehend aus beruhigender Musik und langsamen Farbbewegungen, geben. Um zum Zielpublikum zu gelangen, gilt es auch, die Eltern bzw. Großeltern anzusprechen, was mit einem eigenen, abgestimmten Programm erreicht werden soll. Die konkurrenzierenden Kindersender geben sich skeptisch. So fragt sich Frank Beckmann vom Kinderkanal: "Ist Fernsehen für Babys sinnvoll?" Die gleiche Meinung vertritt Sabine Kreft, Sprecherin des Kindersenders Super RTL, die diese Altersgruppe nicht vor den Fernseher setzen würde. Ingrid Geretschläger von der medienpädagogischen Beratungsstelle http://www.medienpaed.at hält den Einsatz von derartigen Fernsehangeboten für verfrüht. "Die Zeit für Baby-TV im deutschsprachigen Raum ist noch nicht reif. Die Kinder müssten die TV-Einheiten gemeinsam mit den Eltern erleben und nicht alleine vor dem Fernseher sitzen", so Geretschläger gegenüber pressetext. Eine Meinung, die Andrea Herr, Kinderpsychologin, im Gespräch mit pressetext unterstreichen kann: "Die Kinder beginnen früh genug mit dem Fernsehen. Es besteht die Gefahr, dass sie von den Eltern abgeschoben werden und dann alleine vor dem Fernseher sitzen und sich schon früh daran gewöhnen." (Ende)
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