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pte20051220017 Computer/Telekommunikation, Forschung/Technologie
Computer erkennt Gefühle seines Benutzers
Spezialhandschuh misst Körperdaten und interpretiert daraus den Gemütszustand
Rostock (pte017/20.12.2005/10:53) - Forscher am Fraunhofer-Institut http://www.rostock.igd.fraunhofer.de haben einen Spezialhandschuh entwickelt, der den Gemütszustand eines Computeranwenders erkennen kann. "Der Handschuh ist mit Sensoren am Handballen und an den Fingern ausgestattet und misst den Hautwiderstand, die Temperatur und den Puls", erklärte der Forscher Christian Peter im pressetext-Gespräch. Anwendung soll der Handschuh vorerst in Berufen mit hohem Stressfaktor, etwa bei Fluglotsen, finden. "Die gemessenen Daten werden an eine Applikation gesendet, die aus den Messewerten den Gemütszustand des Users errechnet. Interessant ist die Anwendung zum Beispiel bei Menschen, die an mehreren Monitoren gleichzeitig arbeiten. Stellt das Programm fest, dass der Flug- oder Seelotse überlastet oder gestresst ist, so werden ihm nur mehr die wichtigsten Informationen geliefert. Eine weitere Möglichkeit ist, dass ein Kollege aus dem Pausenraum gerufen wird oder Anfragen eines Flugzeuges an andere Lotsen weitergeleitet werden", sagte Peter. "Darüber hinaus arbeiten wir an Techniken, mit denen Mimik erkannt werden kann oder mit deren Hilfe wir emotionsbezogene Merkmale aus Sprachsignalen extrahieren." Auch für den Privatanwender, der nur vor einem Bildschirm sitzt, sieht Peter Anwendungsmöglichkeiten. "Man kann durch die Datenauswertung Programme optimieren. Beispielsweise fühlen sich manche Personen vom automatischen Office-Assistenten gestört. Durch den Handschuh kann dies erkannt und der Assistent sofort ausgeschaltet werden. Zudem kann der User etwa durch Musik, passende Gestaltung der Desktopoberfläche oder die geeignete Hintergrundfarbe entspannt werden", erläutert Peter die Einsatzmöglichkeiten. Die Frage nach der Interpretation all dieser Daten ist jedoch eine Herausforderung, zumal Emotionen von Natur aus mehrdeutig, flüchtig und schwer zu beschreiben sind, so der Forscher. Es funktioniert also nur, wenn der Nutzer den Computer vorab trainiert. (Ende)
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