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pte20050827008 Medien/Kommunikation, Politik/Recht
Turkmenistan: Nur noch live-Musik
Präsident Nijasow hält nichts von Opern und Ballett
Aschchabad (pte008/27.08.2005/12:20) - Ab sofort darf in der zentralasiatischen Republik Turkmenistan Musik nur noch live gespielt werden. Was die österreichische Band Opus mit dem Song "Live is Live" als besonderes musikalisches Ereignis huldigte, wird in Turkmenistan allerdings gesetzlich geregelt: Musik auf Tonträgern ist verboten. Das soll nach Ansicht des turkmenischen Präsidenten Separmurat Nijasow die Kultur Turkmenistans frei von negativen Einflüssen aus dem Ausland machen, berichtet BBC-Online http://news.bbc.co.uk . Nijasow ist ein großer Liebhaber der turkmenischen Musik, heißt es in der turkmenischen Tageszeitung "Neitralny Turkmenistan" (Neutrales Turkmenistan). Internationale Experten wittern im Vorstoß des autoritär regierenden Präsidenten allerdings nicht anderes als ein weiteres Abschotten vor ausländischen Einflüssen in der knapp 490.000 Quadratkilometer großen Republik. Das Verbot von Opern und Ballett-Aufführungen besteht bereits seit längerem. Nijasow, der seit 1990 an der Macht ist, besteht darauf, dass bei Vorführungen ab sofort nur noch live-Musik aufgeführt werden darf. Das bedeutet, dass auch TV, und Radio nicht mehr von CDs, Bändern oder anderen Tonträgern kommen darf. Nijasow wird auch Turkmenbashi - "Vater aller Turkmenen" - genannt und regiert das Land seit den Sowjettagen und hat sich selbst als Präsident auf Lebenszeit ernannt. Er betreibt einen üppigen Kult um seine Person. Unter anderem lässt er Lobgesänge, die er selbst verfasst hat, gerne von anderen interpretieren. Die Künstler erhalten dafür üppige Prämien in Millionenhöhe. Dass die Sitten in der Republik allerdings streng sind, manifestiert sich auch darin, dass lange Haare und Bärte bei jüngeren Männern verboten sind. Seine schriftlichen Werke sind Pflichtlektüre in allen Schulen. Außerdem hat er einige Monate im Kalender nach sich und seiner Mutter umbenannt. Analysten sehen die Entwicklung in Turkmenistan eher kritisch. Immer noch ist Turkmenistan stark von Russland abhängig. Minderheitenrechte von Russen, Usbeken und Kasachen werden nur schleppend durchgeführt. Zentrales Element des Landes ist nach eigenen Angaben die im Dezember 1995 erklärte Neutralität. Doch gehen Entwicklungen unter Nijasow, der sich selbst als von Gott gesandt bezeichnet, vielfach einen falschen Weg. Er ließ beispielsweise alle Krankenhäuser des Landes sperren, mit Ausnahme jenes in der Hauptstadt Aschchabad. Während die Gebäude der knapp 500.000 Einwohner zählenden Metropole glänzen, lebt der Rest des Landes - insgesamt knapp fünf Mio. Einwohner - in bitterer Armut. Weitere Informationen: http://www.turkmenistanembassy.org (Ende)
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