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pte20050608047 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen
CEOs fürchten Wirtschaftstagnation und Finanzkrisen
Top-Manager enthüllen ihre Ansichten über zukünftige Marktentwicklungen

Wien (pte047/08.06.2005/14:59) - Die globale Entwicklung des Marktes wird von den führenden Top-Managern Österreichs, Deutschlands und der Schweiz kritisch gesehen, denn 63 Prozent der Manager erwarten Finanzkrisen. Einerseits sehen sie die Stagnation in Westeuropa als Bedrohung für die Unternehmen und Wirtschaftsstandorte, andererseits werden Chancen in den Schwellenländern erkannt. Doch werden die Märkte in Asien zum Teil überschätzt, denn ein weitaus größeres Wachstumspotenzial bieten die Märkte in Mittel- und Osteuropa und im Nahen Osten. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des Management-Beratungsunternehmen A.T.Kearney http://www.atkearney.de und des Institut für Unternehmensführung der WU Wien http://www2.wu-wien.ac.at/ifu/ , die heute, Mittwoch, auf einer Pressekonferenz präsentiert wurde. "Es ist die derzeit umfangreichste und langfristigste Erhebung, in der führende Top-Manager zu globalen und unternehmerischen Trends befragt wurden", erklärte Studienleiter Gerhard Speckbacher von der WU.
http://www.atkearney.de/content/atkearney/offices.php/office/wien

Vor allem die EU-Erweiterung wird heute bedeutend kritischer gesehen, als noch vor sechs Monaten. Grund der Skepsis ist der befürchtete Anstieg der Wirtschaftskriminalität, mit dem über 90 Prozent der Befragten rechnen. "Angst haben die Spitzenmanager auch vor einer wirtschaftlichen Stagnation in Westeuropa, denn ein Drittel der Österreicher und 60 Prozent der Deutschen erkennen darin eine Bedrohung für den eigenen Standort", erklärte Speckbacher.

Ein weiteres Risiko ist die Überalterung der Bevölkerung in den Industrieländern, denn rund 40 Prozent der Befragten erkennen darin ein Problem bei der Anpassung von Karrierepfaden, der Gehaltsstruktur oder möglicher altersbedingter Entlassungen.

In Westeuropa erwarten die Topmanager zudem eine Erweiterung der Einkommensschere. Denn obwohl die Mittelschicht langsam an Bedeutung verliert, sprechen die Unternehmen trotzdem weiterhin genau diese Zielgruppe an. "Die Umfragergebnisse machen deutlich, dass die Manager die Änderungen bei den Zielgruppen berücksichtigen müssen. In Zukunft wird die Frage lauten: Masse oder Klasse. Die Unternehmen müssen sich entscheiden, ob sie sich auf Luxuskonsumenten oder preiswerte Massenware ausrichten", erklärte A.T.Kearney-Vizepräsident Robert Kremlicka (Bild).

Dieser Trend geht einher mit einer zunehmend beobachtbaren Preissensibilität, berichten die Experten. Die Manager orten eine stärkere Fokussierung auf den Preis. Service, Qualität und Marke werden im Vergleich dazu an Bedeutung verlieren, während optimiertes Pricing und Branding in Zukunft ausschlaggebend sein wird. "Einfach an einem Beispiel ausgedrückt bedeutet dieser Trend, dass die Konsumenten der Zukunft zwar den Billigflug buchen, dafür aber im Tophotel der Stadt absteigen", erklärte Kremlicka.

Der Top-Manager-Index (TMI) ist Teil einer langfristigen angelegten Studie, die bereits zum vierten Mal durchgeführt wurde. Befragt wurden jeweils die Top-500 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Insgesamt haben rund 300 Top-Manager aller Branchen (Dienstleistungs- und Finanzdienstleistungsindustrie, Einzel- und Großhandel, Investitionsgüter-, Finanzdienstleistungs- und Konsumgüterindustrie) an der von März bis April 2005 durchgeführten Studie teilgenommen.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Evelyn Lengauer
Tel.: +43-1-81140-305
E-Mail:
pressetext.austria
   
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