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So, 12.02.2012
pte20050415020 Umwelt/Energie, Forschung/Technologie
Mehr als die Hälfte der Flüsse fließen nicht mehr
Globale Zerstörung der fließenden Binnengewässer dramatisch
Umea/Boulder (pte020/15.04.2005/12:10) - Von den großen Strömen der Erde sind mehr als die Hälfte in Dämme gezwungen und fließt nicht mehr. Ein Forscherteam der schwedischen Universität von Umea http://www.umu.se hat die großen Flüsse genau untersucht und ist zum Schluss gekommen, dass die Folgen des Dammbaus massive Auswirkungen auf die Umwelt haben, denn Fließgeschwindigkeit und Bodenerosion hängen damit zusammen, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature http://www.nature.com . Das Team um Christer Nilsson hat die 292 großen Flusssysteme der Welt untersucht. 172 dieser Flüsse sind durch Dämme beeinträchtigt, in Europa sind es sogar mehr als 60 Prozent. Einzige Ausnahmen bildet die vergleichsweise dünn besiedelte Region Australiens, Neuseelands und der pazifischen Inselwelt. Dort sind nur 17 Prozent der Flusslandschaften durch Dämme verändert. Die Veränderungen für die umliegenden Regionen und für die Flüsse selbst beschreibt auch der Wissenschaftler James Syvitski von der University of Colorado in Boulder. Die Dämme verhindern nämlich, dass abgelagerte Sedimente von den Flüssen ins Meer transportiert werden. In den Mündungen der Flüsse entstehen dadurch häufig schwere Schäden durch Erosion. Ein Beispiel hierfür ist das Mississippi-Delta. Nach Nilssons Angaben sind insbesondere für Südasien und Südamerika gewaltige Staudämmprojekte vorgesehen. Alleine am Yangtse-Fluss in China sind neben dem umstrittenen Drei-Schluchten-Projekt (Bild) 49 weitere Dämme geplant. "Wenn Menschen das globale Bild der zerstörten Flusslandschaften sehen, agieren sie anders", so der Experte. Echte natürliche Flussläufe werden immer seltener. Die Wissenschaftler hoffen, dass insbesondere bei den geplanten aber heftig umstrittenen Großprojekten ein Umdenken einsetzt. Auch der britische Wissenschaftler Mike Dunbar vom Centre for Ecology and Hydrology in Wallingford hofft, dass die Forschungsergebnisse wie ein Weckruf wirken. Weitere Informationen: World Commission on Dams http://www.dams.org (Ende)
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