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pte20050329029 Umwelt/Energie, Forschung/Technologie
Gen-Reis mit noch mehr Vitamin A
Zweiter Anlauf nach Scheitern des ersten "Golden Rice"

London (pte029/29.03.2005/12:40) - Mit einer Neuauflage eines mit Vitamin A angereicherten genetisch veränderten Reises will der Saatgutkonzern Syngenta http://www.syngenta.com den Flop des vor fünf Jahren entwickelten "Golden Rice" wettmachen. Die erste Züchtung, die in der Schweiz entwickelt worden war, enthielt viel zu wenig Vitamin A, berichtet BBC-Online http://news.bbc.co.uk . Bereits damals verkündeten die Saatgutkonzerne die Lösung gegen den Vitamin-A-Mangel in der Dritten Welt.

Über das Scheitern des ersten gentechnisch veränderten "Golden Rice" ist nicht besonders umfangreich berichtet worden. Nun soll aber die zweite Auflage des wertvollen Nahrungsmittels folgen und nach Angaben der Biotechnologen von Syngenta soll diese Zweitauflage sogar zehn Mal mehr Vitamin A in sich tragen als der vor fünf Jahren gezüchtete "Golden Rice". Insgesamt soll die weiterentwickelte Reissorte sogar das 20-Fache an Vitamin A in sich tragen wie bisher konventionell gezogene Sorten. Die Saatguthersteller wollen damit den jährlich 500.000 erblindenden Kindern in den Entwicklungsländern helfen. Nach Angaben der WHO ist nämlich der Vitamin-A-Mangel schuld an der steigenden Zahl von blinden Kindern.

Syngenta will, um diese neue Reissorte auch allen zukommen zu lassen, sogar gratis zum Testen einladen. Doch hinter der Fassade der Gesundheitsmasche, vermuten Kritiker nichts anderes als geschicktes Marketing. Bisher hatten sich asiatische Länder geweigert genetisch veränderte Reissorten anzupflanzen. Der Grund dafür war der Aufruf von zahlreichen Umweltverbänden mit der Freisetzung von gentechnisch veränderten Reissorten zuzuwarten, damit das "weltweit wichtigste Nahrungsmittel nicht in die Hände von multinationalen Unternehmen fällt" (pte berichtete http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=040916039 ). Zusätzliche Gefahr droht außerdem herkömmlichen lokalen Reissorten. Sie werden durch Hochertragssorten verdrängt.

Der Reishersteller Ingo Potrykus und der Saatgutkonzern forderten außerdem eine Gleichbehandlung genetisch veränderter Pflanzen mit konventionellen Sorten, wie Greenpeace Deutschland http://www.greenpeace.de berichtete. Das würde eine Haftung für eventuelle Schäden ausschließen. Nach Aussagen von Potrykus ist auch eine Risikoeinschätzung für Umwelt und Gesundheit überflüssig. Die Umweltorganisation sieht dahinter nichts anderes als einen weiteren Versuch, die genetisch veränderten Saaten besser zu vermarkten. Wie wenig Nutzen für Not leidende Menschen die Gentechnik-Industrie übrig habe, könne man am Beispiel des ersten Golden Rice erkennen. Niemand konnte sagen wie viel Pro-Vitamin A nach dem Kochen noch übrig blieb. Unklar war auch wie viel des Pro-Vitamins vom menschlichen Körper überhaupt aufgenommen wird.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Wolfgang Weitlaner
Tel.: +43-1-811 40-307
E-Mail:
pressetext.austria
   
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