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So, 12.02.2012
pts20050301009 Forschung/Technologie, Unternehmen/Finanzen
Schutz geistigen Eigentums in China mangelhaft
Absicherung von Patenten zentrale Herausforderung für internationale Investoren
Wien (pts009/01.03.2005/09:00) - Zwei Drittel aller internationalen Unternehmen, die in China aktiv sind, sehen in der fehlenden Absicherung von Patenten ein zentrales Problem bei der weiteren Erschließung des Marktes. 83% haben bereits konkrete Maßnahmen zum besseren Schutz geistigen Eigentums im Reich der Mitte ergriffen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie "Intellectual Property Protection in China" von Roland Berger Strategy Consultants. Ein zu starker Fokus auf rechtliche Mechanismen und fehlende systematische Vorgehensweise verhindern jedoch eine effektive Ausnutzung aller Möglichkeiten. Ideal ist ein Mix aus Maßnahmen zur Absicherung von Herstellungsprozessen und Produkten, aktivem Personalmanagement und rechtlichen Maßnahmen unter Einbeziehung des Topmanagements, meinen die Strategieberater. "Verletzungen des Immaterialgüterrechts betreffen in China alle Wirtschaftssparten. Am weitesten verbreitet sind aber nicht Fälschungen im Software-, Film- und Musikbereich, sondern der - wesentlich komplexere und technisch anspruchsvollere - Nachbau von Industrieprodukten", erklärt Rupert Petry, Mitglied der Geschäftsleitung im Wiener Büro von Roland Berger. So sind, laut einer Umfrage der Commercial Times, 56% aller PKW mit kopierten Komponenten ausgestattet und die Mehrheit chinesischer Batterien - immerhin 50% der Weltproduktion - sind gefälschte Versionen von bekannten Marken. Aber auch im Softwarebereich ist Missbrauch weit verbreitet: Nur 5% der installierten Microsoft-Pakete in China wurden legal erworben. "Die chinesische Regierung hat Copyright-, Patent- und Trademark-Gesetze zwar umfangreich reformiert, die Umsetzung lässt aber zu wünschen übrig. Wir gehen davon aus, dass sich das Problem noch verschlimmern wird, ehe die Maßnahmen zu greifen beginnen", so Petry. Erfolgreiche Maßnahmen zum Schutz geistigen Eigentums In der Praxis am effektivsten erwiesen sich Maßnahmen zur Absicherung von Herstellungsprozessen. Dazu zählt die Dezentralisierung von Know-how ebenso wie die Zusammenarbeit mit Kunden für maßgeschneiderte Lösungen und das Fernhalten wichtiger Produktionsschritte aus China. Kostspielig und nicht immer erfolgreich sind Maßnahmen zur Absicherung des Produkts durch den Einbau von technischen Hürden, die Kennzeichnung mit Hologrammen und Mikrochips oder die Verknüpfung des Produkts mit bestimmten Dienstleistungen. Maßnahmen im Personalbereich sind in China durch die hohe Fluktuation nur sehr schwer durchzuführen. Ziel ist es, Mitarbeiter möglichst lange an das Unternehmen und dadurch an das Produkt zu binden. Auch rechtliche Maßnahmen greifen auf Grund von mangelnder Umsetzung der bestehenden Gesetze oft nicht. Österreichische Unternehmen in China Vor- und Spitzenreiter ist der Chiphersteller AT&S. Mit einem Volumen von 120 Mio. EUR wagten die Steirer die größte Investition, die ein österreichisches Unternehmen je in China getätigt hat. Darüber hinaus plant AT&S bis 2006 die Errichtung eines Leiterplattenwerks im Wert von rund 100 Mio. EUR. Aber auch der Gummi- und Kunststoffkonzern Semperit, die Lenzing AG und der Feuerfestkonzern RHI verfügen über Produktionsstätten in China. "Chancen gibt es auch für die österreichischen Automobilzulieferer. BMW, Mercedes und Volkswagen verlagern ihr Geschäft immer stärker nach China, um dem gesättigten europäischen Markt auszuweichen. Manchen geht der Boom am Automarkt aber zu schnell, vor Überhitzung wird gewarnt", so Petry. Exporte nach China boomen Die Studie "Intellectual Property Protection in China" steht ab 1. März 2005, 13:30 Uhr, im Internet unter http://www.rolandberger.at/pressemitteilungen.html zum Download bereit. Über Roland Berger Strategy Consultants (Ende)
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