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pte20050225012 Bauen/Wohnen, Politik/Recht
Wohnrechtsnovelle 2005 auf dem Prüfstand
Wiener Immobilienbranche trifft sich zum Gedankenaustausch
fotodienst.at
fotodienst.at

Wien (pte012/25.02.2005/10:50) - Mit der geplanten Ausweitung der Erhaltungspflicht der Eigentümer hat der Gesetzgeber die Immobilienbranche schon vor dem Inkrafttreten der neuen Wohnrechtsnovelle (WRN) 2005 in helle Aufregung versetzt. Vertreter der Branche trafen sich auf Initiative der Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Wien http://www.wkw.at gestern, Donnerstagabend, auf dem 2. Wiener Immobilientag zum Gedankenaustausch. Etwa 300 Besucher verfolgten die Vorträge namhafter Experten. Das Zusammenführen von Informationsaustausch und die Pflege von informellen Kontakten seien das Wichtigste an einem solchen Branchentreffen, sagte die Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien, Brigitte Jank (Bild), zur Begrüßung und rief zur Vernetzung auf.

Die geplante WRN 2005, in der umfangreiche Änderungen des Wohnungseigentumsrechts und des Mietrechts verankert werden sollen, hat bereits im Vorfeld für Aufregung in der Immobilienbranche gesorgt. Einen Überblick über Fakten und Auswirkungen der WRN 2005 gab Andreas Vonkilch, am Institut für Zivilrecht der Universität Wien tätig. Laut Vonkilch sind vor allem die Beseitigung von Fallen, Unpraktikablem und Rechtsunsicherheiten, insbesondere im Mietrecht, die Motivationsgrundlage der neuen Gesetzgebung.

Mit der Beschlussfassung im Justizausschuss sei am 19. April 2005 zu rechnen. In Kraft treten soll die WRN frühestens im Juli 2005, so Vonkilch. Insbesondere die geplante Ausweitung der Erhaltungspflicht der Eigentümer, die in Paragraph 3 des Mietrechtsgesetzes vorgesehen ist, rief die Vertreter der Branche auf die Barrikaden. Die "Zwangsbeglückung" (Vonkilch) der Mieter sei unfinanzierbar und ziehe ungeliebte Verfahren nach Paragraph 18 (zwangsweise Erhöhung der Mietzinse durch Schlichtungsstelle) nach sich, warnt etwa die Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder der WKW. Noch könnte die Entwicklung rund um den strittigen Paragraphen aber eine positive Wendung nehmen, sagte Oliver Brichard, Obmann der Fachgruppe.

Anton Hopfgartner, Spezialist für die Vermarktung von Immobilien, referierte im Folgenden über den Bedeutungsaufschwung des Immobilienmarketings in den vergangenen Jahren und gab Tipps zur Verbesserung von Firmenimage und Werbestrategien. Die Auswirkung der geplanten EU-Dienstleistungsrechtslinie auf die Immobilienberufe diskutierte der Leiter der Abteilung für Rechtspolitik bei der WKÖ, Hanspeter Hanreich. Die Dienstleistungsbranche zittert auf der einen Seite vor der Billigkonkurrenz aus Osteuropa. Auf der anderen Seite könnte die Novelle aber neue Jobs schaffen. Insbesondere Immobilientreuhänder brauchten keine Angst vor der Konkurrenz aus dem Ausland haben, beruhigte Hanreich. Vielmehr biete sich den österreichischen Branchenvertretern aufgrund der guten Ausbildung hohes Potenzial, ihrerseits im Ausland tätig zu werden.

Da die Dienstleistungen im Immobilienbereich immer vergleichbarer werden und die Kunden sich immer besser informiert zeigen, müssten die Dienstleistungen in den Vordergrund gerückt werden, sagte Brichard und forderte ein klares Berufsbild und mehr Transparenz. Der Trend zu mehr Eigenverantwortung forciere Makler wie Eigentümer zu Weiterentwicklung und mehr Professionalität. Das Ausbildungsniveau müsse gepflegt und das Qualitätsniveau weiter entwickelt werden, so Brichard. Dazu trage auch der unter anderem von der Wirtschaftskammer Wien im Jahr 2001 ins Leben gerufene Fachhochschulstudiengang für Immobilienwirtschaft bei, der in diesem Jahr seine ersten Absolventen ins Berufsleben entlässt.

Pressefotos von der Pressekonferenz finden sich unter http://www.fotodienst.at .

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Jörn Brien
Tel.: +43-1-81140-318
E-Mail:
pressetext.austria
   
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