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Sa, 11.02.2012
pte20050224037 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie
Virologen bringen HI-Virus zum Leuchten
Bessere Untersuchungsmöglichkeit des Infektionsverlaufs
Heidelberg (pte037/24.02.2005/14:50) - Wissenschaftler des Heidelberger Universitätsklinikums ist es erstmals gelungen, HI-Viren für visuelle Untersuchungen zu markieren, ohne die funktionellen Eigenschaften des Erregers zu hemmen. Mit Hilfe floureszierender Proteine konnten die Forscher das Virus genauer beobachten, berichtet das deutsche Krebsforschungszentrum http://www.dkfz.de . Die Markierung macht es möglich, das Verhalten der Viren beim Eintritt in die Wirtszelle, bei der Virusvermehrung und beim Zellaustritt zu beobachten. Genau jene Schritte sind für das bessere Verständnis des Infektionsverlaufs von HIV wichtig. Moderne Bildgebungsverfahren erlauben Echtzeit-Beobachtungen von Virus-Zellinteraktionen. Viele dieser Untersuchungsmethoden erfordern die Markierung des jeweiligen Gegenstands des Interesses, etwa mit dem Grün-Fluoreszierenden-Protein (GFP), dessen genetischer Code in die Erbinformation eingeschleust wird. Dort wird das Markerprotein dann von der zelleigenen Maschinerie produziert und an die gewünschte Stelle angehängt, wie die beiden Virologen aus der Arbeitsgruppe von Hans-Georg Kräusslich gemeinsam mit Hanswalter Zentgraf entdeckt haben. Bisher hatten Wissenschaftler schon mehrfach versucht die Interaktion des HIV mit der Wirtszelle mit GFP zu markieren. Allerdings waren diese Versuche negativ verlaufen, da die genetischen Modifikationen die Bildung von Viruspartikeln zu stark verändert hatten und dadurch die Aussagekraft der Ergebnisse eingeschränkt haben. Die Heidelberger Wissenschaftler haben nun im Strukturmolekül der Viruskapsel einen Bereich entdeckt, der die gravierende Verlängerung durch das GFP toleriert. Der Einbau des GFP Moleküls vergrößert das HIV Strukturprotein um etwa die Hälfte. Dennoch werden noch infektiöse Viren gebildet. Die Gruppe von Zentgraf konnte mittels Elektronenmikroskopie nachweisen, dass Aussehen und Gestalt der so kreierten Viruspartikel vom normalen HIV nicht zu unterscheiden sind. Durch gleichzeitige Herstellung von GFP-verlängertem und normalem Strukturprotein gelang es im Fluoreszenzmikroskop sehr gut sichtbare HI-Viren mit mehreren Tausend GFP Molekülen herzustellen, die genauso infektiös waren wie HIV ohne GFP. Damit ist ein wesentlicher Schritt getan, um die Dynamik der HI-Virusinfektion besser verstehen zu können. (Ende)
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