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pte20050120028 Umwelt/Energie, Forschung/Technologie
Argentinien: Gentech-Soja erfordert mehr Pestizide
Nüchternes Ergebnis nach neuester Umweltstudie

Buenos Aires (pte028/20.01.2005/12:08) - Dass genetisch veränderte Sojapflanzen weniger Pestizide erfordern, stimmt nur für die ersten drei Jahre. Nach einer Studie, die die Umweltorganisation Greenpeace http://www.greenpeace.at in Auftrag gegeben hat, mussten argentinische Gentech-Soja-Bauern im Anbaujahr 2003/04 pro Hektar um 58 Prozent mehr des Pflanzengifts Glyphosat spritzen als noch vor wenigen Jahren.

Der Agrarwissenschafter Charles Benbrook, ehemaliger Geschäftsführer des Landwirtschaftsausschusses der US-Akademie der Wissenschaften, beschäftigt sich mit dem Pestizidverbrauch in der US-Landwirtschaft. Der Forscher hat belegt, dass der Anbau von Gentech-Pflanzen nicht zur Einsparung von Pestiziden führt. Anhand der Daten des US-Landwirtschaftsministeriums konnte er nachweisen, dass in den ersten drei Anbau-Jahren der Pestizid-Einsatz zwar geringer ist, dass dann aber der Verbrauch an Pflanzenschutzmitteln drastisch ansteigt. In einer anderen Studie untersuchte Benbrook die Veränderung der Landnutzung in Argentinien, da sich die Anbaufläche für - fast ausschließlich genmanipulierte - Soja im Zeitraum 1996 bis 2004 von 6,7 auf 14,2 Mio. Hektar mehr als verdoppelt hat.

Seit 1996 wurden 2,4 Mio. Hektar Wälder und Savannen für den Sojaanbau im südamerikanischen Staat gerodet, das entspricht 41 Prozent der neuen Soja-Flächen. Wertvolles Land ging dadurch verloren. Auch die argentinische Eigenproduktion von Milch, Fleisch, Kartoffeln, Erbsen und Linsen ist unterdessen rapide gesunken. Die kleinbäuerliche Landwirtschaft wurde von exportorientierter Großindustrie abgelöst. 59 Prozent der neuen Soja-Flächen waren zuvor Weide- und Ackerflächen für die nationale Lebensmittelproduktion. 50 Prozent des als Tierfutter nach Europa importierten Sojaschrots stammen aus Argentinien.

Benbrook warnt in seinem Bericht aber auch vor dem Umkehreffekt des Spritzmittels Glyphosat: Der jährliche, dauernde Einsatz des Herbizids fördert die Entwicklung resistenter Wildpflanzen. Dieser Effekt konnte vom Forscher in zahlreichen Studien auch an Gentech-Soja in den USA fest gestellt werden.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Wolfgang Weitlaner
Tel.: +43-1-811 40-307
E-Mail:
pressetext.austria
   
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