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So, 12.02.2012
pte20050119029 Politik/Recht, Produkte/Innovationen
Verbraucherschützer: "Lebensmitteletikettierungen sind leere Versprechen"
Premiumlachs ist gewöhnlicher Zuchtlachs
Berlin (pte029/19.01.2005/12:18) - Der deutsche Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) http://www.vzbv.de kritisiert die Vortäuschungen der Konsumenten durch irreführende Werbung und Etikettierung von Lebensmitteln. Ein Sprecher der Werbebranche wehrt sich gegen die Vorwürfe und verweist auf das dichte Netz an Vorschriften für Lebensmittelwerbung in Deutschland, das laut Angaben des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) http://www.zaw.de zu den weltweit strengsten gehört. Hintergrund für die Vorwürfe des vzbv ist die steigende Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Produkten, für die deutsche Konsumenten laut vzbv auch bereit sind mehr zu bezahlen. Gleichzeitig lägen die Lebensmittelpreise in Deutschland 20 Prozent unter dem EU-Durchschnitt und gehören so zu den niedrigsten im EU-Raum. Dieser Preisdruck führe dazu, dass Produzenten und Händler ihre Produkte als besonders qualitativ etikettieren, ohne dass diese dem auch tatsächlich entsprechen. Dazu zählen unklare Herkunftsangaben, besondere Güte und Herstellungsbedingungen. So handle es sich bei einem "Premiumlachs" meist um einen gewöhnlichen Zuchtlachs, da "Premium" kein amtliches Gütemerkmal ist. Olivenöl, das die Bezeichnung "extra vergine" trägt, wird normalerweise durch ein aufwändiges und kostspieliges Verfahren hergestellt. Eine Untersuchung jedoch ergab, dass nur vier von 31 getesteten Ölen dieser Bezeichnung auch tatsächlich entsprechen. Der vzbv fordert deshalb im Vorlauf der am Freitag beginnenden Landwirtschaftsmesse "Die grüne Woche" http://www.gruenewoche.de in Berlin einen Maßnahmenkatalog zur Beendigung der Verbrauchertäuschung bei Lebensmitteln. Der ZAW wehrt sich gegen die Angriffe des vzbv und verweist auf die ohnehin schon umfangreichen Regelwerke zur Kennzeichnung von Lebensmittelprodukten. Grenzüberschreitungen seien ohnehin die Ausnahme und nicht die Regel, so der Verband. Der ZAW kritisiert auch die geringe Wertschätzung der Konsumenten durch den vzbv, der es Bürgern anscheinend nicht zutraut Übertreibungen selbst zu erkennen. (Ende)
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