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pte20041127003 Unternehmen/Finanzen, Medien/Kommunikation
WPP droht eine Konfrontation mit EU-Kommission
Zu dominante Stellung verhängnisvoll für Werbegiganten

Brüssel/London (pte003/27.11.2004/10:25) - Für Martin Sorrells Werbeagentur WPP http://www.wpp.com erweist sich eine vollständige Kontrolle über ihren jüngsten Zukauf, die US-Werbeagentur Grey Group http://www.grey.com , als sehr hindernisreich. Die EU beobachtet mit Argusaugen das Vorgehen des britischen Werberiesen, berichtet Le Figaro. WPP lenkte die Aufmerksamkeit der EU-Kommission nicht aufgrund seiner Missachtung der EU-Vorschriften auf sich, sondern wegen seines Vorhabens, Grey komplett neu zu organisieren.

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass WPP immer mehr seiner Konkurrenten schluckt. Zu WPP gehören bereits die internationalen Agenturen Mindshare und Mediaedge-cia. Hinzu gesellt sich die zur Grey Group gehörende Mediacom. Diese drei Gruppen stehen mit einem Marktanteil von 29,5 Prozent somit an der Spitze auf den Märkten der fünf wichtigsten EU-Staaten (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien), vor Aegis (22,3 Prozent) und Publicis (14,9 Prozent).

Nach denselben Berechnungen würde WPP in Italien insgesamt einen Markanteil von 40 Prozent, in Deutschland von 39,4 Prozent und in Großbritannien von 28,7 Prozent erreichen. Auf sieben kleineren EU-Märkten ergeben sich ähnliche Verhältnisse. Besorgnis erregend ist auch die Tatsache, dass sich WPPs und Greys Aktivitäten in Europa nicht allein auf den Aufkauf von Werbeflächen beschränken. Die obigen Berechnungen lassen die einflussreichen Werbeagenturen, Marketingdienste und PR-Agenturen, die zur WPP-Gruppe gehören, außer Acht.

Seit seinem ersten Aufkauf der US-Werbeagentur Young & Rubicam 2000 verleibt sich Martin Sorrell mit einem Höllentempo Agentur um Agentur ein. Dass er früher oder später mit dem Vorwurf des Missbrauchs seiner dominanten Marktstellung konfrontiert werden würde, überrascht niemanden. Die EU-Kommission hat 25 Tage Zeit, nach Überprüfung der Übernahme, einen Rechtsspruch zu fällen. Falls die Rechtmäßigkeit der Übernahme angezweifelt wird, folgt eine viermonatige Voruntersuchung. Experten gehen aber nicht von einer kategorischen Ablehnung durch die EU-Kommission aus. Im Falle eines Untersuchungsverfahrens muss WPP, wie andere Konzerne zuvor auch, viel Ballast abwerfen.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Linda Osusky
Tel.: +43-1-81140-317
E-Mail:
pressetext.austria
   
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