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Sa, 11.02.2012
pte20041110035 Medien/Kommunikation
Netzeitung wächst auf niedrigem Niveau
Qualität der Online-Medien nicht schlechter als Print
Hamburg (pte035/10.11.2004/12:45) - Deutschlands Modellprojekt Netzeitung http://www.netzeitung.de trotzt nach eigenen Angaben dem anhaltend schlechten Anzeigengeschäft in der Verlagswirtschaft. Der Werbungsumsatz werde im laufenden Jahr um rund 60 Prozent gegenüber 2003 steigen, sagte Geschäftsführer und Chefredakteur Michael Maier im Gespräch mit pressetext.deutschland. Im ersten Halbjahr hat die Netzeitung den Angaben zufolge den Spartenumsatz sogar mehr als verdoppelt. Zahlengenaue Angaben wollte Maier auch nach mehrfacher Nachfrage nicht preisgeben. 3 bis 4 Mio. Euro Umsatz müsste die Netzeitung machen, um den Break Even zu schaffen, der ja schon im Frühjahr bekannt gegeben wurde, sagen Experten. Dieser Rechnung widerspricht Maier nicht. Die Netzeitung beschäftigt 30 fest angestellte und 20 freie Mitarbeiter. Im Mai hat die Netzeitung nach eigenen Erhebungen die Millionengrenze an "Unique Users" überschritten. Das heißt, monatlich werden eine Mio. unterschiedliche IP-Adressen registriert. Am 2. November führte Deutlich kleiner sind die "Abonnentenzahlen" der Netzeitung. Die Zahl der Newsletterbezieher bewegt sich laut Maier lediglich im "unteren vierstelligen Bereich". Externe Kontrollen der Userzahlen erachtet Maier Als Kernkompetenzen in der Berichterstattung führte Maier den internationalen Terrorismus und die damit verbundene internationale Außenpolitik sowie arabische Welt an. Im Wirtschaftsressort, in dem die Netzeitung ihren Schwerpunkt auf Telekommunikation festgelegt hat, sieht der gebürtige Kärntner und ambitionierte Medienmacher Reuters als größten Mitbewerber. Generell fordert Maier fundierte Berichterstattung ein und lehnt voreilige Meldungen wie zum Beispiel jene über Arafats Tod strikt ab. Die Qualität der Netzeitung sieht er darin bestätigt, dass das Medium seit der Gründung 4.000 mal mit eigenen Storys zitiert worden sei. "Eigene Geschichten werden in Zukunft die Überlebensfrage für alle Medien sein", meint Maier. Als Vorteil einer Internetpublikation führte Maier an, dass die Artikel jederzeit aktualisiert werden könnten und daher an den Texten länger gearbeitet wird. Mit der Qualität des Journalismus in Deutschland ist der Netzeitungsmacher nicht zufrieden. Er sei ein Fan des angelsächsischen Journalismus. "Da wird recherchiert, recherchiert, recherchiert", so Maier. In Deutschland seien Meinungsjournalismus und Berichterstattung zu eng ineinander verwoben. "Ich kann allerdings definitiv nicht erkennen, dass Online-Medien schlechtere Qualität liefern als gedruckte", verteidigt Maier den oft geschmähten Onlinejournalismus. (Ende)
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