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pte20041014004 Forschung/Technologie, Produkte/Innovationen
Riesen-Teleskop blickt in die Vergangenheit
Wissenschaftler erhoffen sich neue Erkenntnisse
Mexiko (pte004/14.10.2004/08:40) - Auf einem der höchsten Berge Mexikos bauen Wissenschaftler ein riesiges Teleskop, das die Geheimnisse des frühen Universums enthüllen soll. Das Teleskop soll elektromagnetische Strahlung, nämlich Millimeterwellen, auffangen, die vor 13 Mrd. Jahren ausgesendet wurden, wie CNN berichtet http://www.cnn.com . Die Forscher erhoffen sich Wellen von den ersten Sternen zu empfangen, die durch den Urknall entstanden sind und das Universum vor 13,7 Mrd. Jahren bildeten. Das Large Millimeter Telescope, oder LMT, ist ein amerikanisch-mexikanisches Projekt, das auf dem 4.579 Meter hohen Sierra Negra, Mexikos fünfthöchstem Berg, erbaut wurde. Dort ist die Luft so dünn, dass Sauerstoffflaschen immer in Reichweite stehen, falls einer der Konstrukteure in Ohnmacht fällt. Die empfangenen Daten wollen die Wissenschaftler zu ihren bisherigen Kenntnissen hinzufügen, um mehr darüber zu erfahren, wie das Universum entstanden ist. Gleichzeitig werden sie wahrscheinlich Tausende neue Galaxien entdecken. "Wir werden einen Bereich absuchen können, der tausend mal größer ist als die bisher mit Millimeterwellen beobachten Regionen. Damit können wir weiter in die Vergangenheit blicken als jemals zuvor, in eine Zeit, als das Universum nur einige hundert Mio. Jahre alt war", sagt David Hughes, ein britischer Astrophysiker, der zum Team gehört. "Wir werden in Regionen schauen, in denen sich zum ersten Mal Sterne gebildet haben." Mit einer Antenne mit einem Durchmesser von etwa 50 Metern stellt das LMT alle bisher existierenden Millimeterwellen-Teleskope in den Schatten. Außerdem sollte es möglich sein Signale auch von den schwächsten Objekten im All zu empfangen. Während optische Teleskope Lichtstrahlen auffangen und andere Teleskope nach Radio-, Infrarot- oder Gammastrahlen suchen, erfasst das LMT elektromagnetische Strahlung mit einer Wellenlänge von einem bis drei Millimeter. Das ist kürzer als Radiowellen, aber länger als Infrarot- und Gammastrahlen oder sichtbares Licht. Diese Strahlen sind deshalb so gut geeignet, weil sie nicht von im All herumfliegendem Staub abgleitet oder von der Ferne gedämpft werden. Das ermöglicht es, schwache Objekte sehr viel heller und klarer zu sehen als mit anderen Strahlen und bedeutet somit weniger Ungenauigkeit. (Ende)
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