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pte20040813035 Medizin/Wellness, Politik/Recht
WHO definiert ideales Schema fürs Wachstum von Kindern
Entwicklung von ethnischer Zugehörigkeit unabhängig

Genf (pte035/13.08.2004/15:57) - Die World Health Organization (WHO) http://www.who.org ist dabei, die Regeln zum Wachstum von Kindern umzuschreiben. Die neuen Wachstums-Richtlinien sollen nächstes Jahr eingeführt werden und Unterernährung sowie Fettleibigkeit bekämpfen. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature http://www.nature.com .

Derzeit beurteilen Gesundheitsbedienstete, ob Babys schnell genug wachsen, anhand von Standardkurven von Größe und Gewicht, die in den 1970er Jahren festgesetzt wurden. Die Zahlen wurden anhand von Daten von Kindern in den USA kalkuliert, die hauptsächlich mit künstlicher Babynahrung gefüttert werden. In den 1990er Jahren wurde klar, dass die Maßstäbe Mängel aufwiesen. Das Hauptproblem liegt darin, dass Babys, die gestillt werden, dazu neigen, leichter zu sein. Manche Mütter werden daher angewiesen, frühzeitig auf feste Nahrung umzusteigen, obwohl das Stillen gegen Infektionskrankheiten wirkt. Außerdem war unklar ob die Statistiken für US-Kinder als Beispiel für andere Länder dienen können.

Nun kommt ein ausgedehntes, 14-jähriges Projekt zum Tragen, das die überholten Standards ersetzen soll. Im Rahmen der Multicentre Growth Reference Study folgten die Ärzte 8.500 Kindern aus Brasilien, Ghana, Indien, Norwegen, Oman und den USA von der Geburt bis zum Alter von fünf Jahren. Die Forscher beobachteten Größe, Gewicht, Kopfumfang und das Alter, mit dem die Babys zum Krabbeln und Gehen anfingen. Die Teilnehmer wurden spezifisch nach Gesundheitszustand selektiert, daher rauchten die Mütter nicht und die Kinder wurden gestillt. Dahinter steht die Idee, eine Referenz zu entwickeln, wie Kinder idealerweise wachsen. Frühere Studien protokollierten das Wachstum von Kindern mit verschiedenen Gesundheitszuständen.

Das Projekt hat bereits gezeigt, dass wohlgenährte Babys mit derselben Geschwindigkeit wachsen, unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit, sagt die WHO-Projektkoordinatorin Mercedes de Onis in Genf. Das trägt zur Lösung der jahrelangen Debatte darüber bei, ob verschiedene Wachstumsraten von Kindern in verschiedenen Ländern mit genetischen Unterschieden oder anderen Faktoren, wie Ernährung oder Krankheiten, zusammenhängen. Noch ist die WHO dabei, die Daten zu analysieren, aber die Standards sollen schon nächstes Jahr etabliert werden. Dann wird die Organisation damit beginnen, Gesundheitspflegepersonal in 100 Ländern auf den neuen Stand zu bringen.

Die neuen Standards haben weit reichende Auswirkungen auf das öffentliche Wohlergehen. "Es ist ein grundlegender Indikator für die Gesundheit", so de Onis. Die Zahlen helfen dabei, jene Kinder zu identifizieren, die unterernährt sind und denen mehr Nahrung oder andere Hilfe zugeführt werden soll. Diese Hilfe sollen sie bekommen, sobald erste Zeichen von Mangelernährung sichtbar werden, noch bevor der Zustand kritisch wird. Am anderen Ende der Skala soll der Maßstab jene Kinder identifizieren, die über der Norm liegen und Richtung Fettleibigkeit tendieren. Weil gestillte Babys langsamer wachsen, werden die neuen Standards mehr Kinder der übergewichtigen Kategorie zurechnen, sagt de Onis. Für Keith West von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore ist die Etablierung von Gesundheitsnormen "kritischer für Kinder", weil ihre Gesundheit das Wohlbefinden für das ganze Leben beeinflusst.

(Ende)

Aussender: pressetext.schweiz
Ansprechpartner: Marietta Gross
Tel.: +43/1/81140-304
E-Mail:
pressetext.schweiz
   
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