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pte20040519030 Medien/Kommunikation, Handel/Dienstleistungen
Am Paid Content scheiden sich die Geister
Standard und Nationalbibliothek gratis- Kosten bei Apple

Wien (pte030/19.05.2004/12:35) - Content wird immer häufiger aus Internetquellen verwendet und hierbei scheiden sich die Geister, wie viel dieser Content dem User Wert ist bzw. sein sollte. DerStandard plädiert für Gratis-Content, ebenso wie die Österreichische Nationalbibliothek, Apple hingegen erhebt Gebühren für seinen Musikstore iTunes. Über das Für und Wieder haben heute, Mittwoch, im Rahmen des Milestone Breakfast http://www.milestone.at Gerlinde Hinterleitner von derStandard.at http://derstandard.at , Hans Petschar, Leiter des Bildarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek http://www.onb.ac.at , und Christian Maranitsch von Apple Österreich http://www.apple.com/at diskutiert.

Gerlinde Hinterleitner sieht im Gebiet der General Interest-Anbieter für Paid Content keine Chance, derStandard.at versucht daher, sich durch Werbung und Rubrikenmärkte zu finanzieren. Das Komplettangebot von derStandard ist jedoch nicht gratis zu haben, so werden seit Kurzem Gebühren für das Online-Archiv eingehoben, auf das vor allem Studenten und Forscher zugreifen. Auch die digitale Zeitung für den Handheld, SMS- und MMS-Service sind kostenpflichtig. Die Nutzerfreundlichkeit wird durch nur ein Login und einfache Abrechnung, zum Beispiel über die Handyrechnung, gewährleistet. Hinterleiter glaubt, dass sich User nicht nur wegen der Kosten von einem gebührenpflichtigen Online-Abonnement abschrecken lassen, auch die Registrierung allein führt oft zum Abbruch, da diese für viele zu zeitaufwändig ist. Die Vorteile des Online-Standards lägen klar auf der Hand, weiß Hinterleitner. Aktualität, Interaktivität und örtliche Unabhängigkeit spielen eine große Rolle.

Die Nationalbibliothek investiert seit den 90er Jahren vermehrt in den digitalen Bereich, sagte Hans Petschar. Derzeit wird täglich auf rund 14.000 Zeitungsseiten aus dem Archiv zugegriffen. Hierbei handelt es sich vor allem um Dokumente aus der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Abgesehen vom Service für den Benützer strebt die Nationalbibliothek hier auch einen konservatorischen Zugang an. Die Bildplattform umfasst derzeit 50.000 historische Dokumente, das gesamte Archiv rund 3,3 Mio. Objekte aus Sammlungen verschiedener Archive. Auf der Plattform will die Nationalbibliothek die Infrastruktur zur Verfügung stellen. Das Bildarchiv befindet sich noch in der Testphase und wird der Öffentlichkeit am 17.6. präsentiert. Bis zur Optimierung werden noch circa drei Jahre vergehen, prognostiziert Petschar. Bis dahin werden auch keine Kosten für die Nutzung der Seite anfallen, Peschar ergänzt dies folgendermaßen: "Wir verlangen lieber nichts, das kommt uns billiger".

Apple hingegen fährt gut mit der Paid Content-Schiene. Sein erst im April 2003 gelaunchter Online-Musikstore iTunes hat bisher 70 Mio. Songs zu je 99 Cent in den USA verkauft. Apple erreicht damit einen Marktanteil von 70 Prozent bei den legalen Downloads. Der iPod bzw. der iPod mini konnte seine Verkaufszahlen in einem Quartal um 900 Prozent steigern. Maranitsch führt den Erfolg von iTunes unter anderem auf die klaren Terms and Conditions und das userfreundliche Format der Software zurück. Wann iTunes nach Österreich kommt ist noch offen, fest steht aber, dass schon jetzt viele den Service, Songs 30 Sekunden lang anhören zu können, nutzen. Ein Projekt wie iTunes braucht "viele Player, die mitspielen, die in Europa und Österreich schwierig zu finden sind", erklärt Maranitsch. Ein anderes Problem stellt in Europa die Bezahlung eines online-Services wie iTunes dar, da Kreditkarten bei weitem nicht so verbreitet sind wie in den USA Denkbar wäre zum Beispiel eine Abrechnung über den Mobilfunkbetreiber, so Maranitsch weiter.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Verena Erhart
Tel.: +43/1/81140
E-Mail:
pressetext.austria
   
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