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Sa, 11.02.2012
pte20040504021 Umwelt/Energie, Forschung/Technologie
Zucker bindet Treibhausgas im Meer
Forscher entschlüsseln CO2-Kreislauf von Algenblüten
Kiel (pte021/04.05.2004/10:34) - Deutsch-französische Meereswissenschaftler haben den Kreislauf von CO2 im Meer entschlüsselt. Demnach verschwinden Algenausscheidungen ohne weiter Kohlendioxid zu entlassen in den Tiefen des Meeres, berichten sie in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature http://www.nature.com . Bisher waren die Forscher davon ausgegangen, dass während des Algenwachstums zuckerhaltige Substanzen ausgeschieden werden, die von Bakterien rasch wieder zersetzt werden. Dadurch gelangt das darin gebundene Kohlendioxid wieder in die Atmosphäre. Algenwachstum verbraucht CO2 und bindet dadurch große Mengen dieses Treibhausgases im Meer. Nach den jüngsten Erkenntnissen der Meereswissenschaftler aus Kiel, Bremerhaven und Villefranche können sich aus den Algenausscheidungen klebrige Flocken bilden, die ähnlich aussehen wie Zuckerwatte. Darin verfangen sich die winzigen Mikroalgen und andere Partikel. Die beladenen Flocken sinken rasch in die Tiefe und ziehen dabei das in ihnen gebundene Kohlendioxid mit sich. In den Untersuchungen am norwegischen Raunefjord konnten die Forscher feststellen, dass die Algenausscheidungen im Verlauf einer Planktonblüte rasch wieder verschwanden ohne CO2 freizusetzen, berichtet das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften http://www.ifm-geomar.de . Offenbar waren die nahrhaften Zuckerverbindungen nicht wie erwartet den Bakterien zum Opfer gefallen. Die Forscher entdeckten aber eine zunehmende Zahl klebriger Flocken, deren Grundgerüst aus eben diesen zuckerhaltigen Algenausscheidungen bestand. Anhand von Computersimulationen konnten die Biologen und Chemiker nachweisen, dass eine Kaskade von Aggregationsprozessen zum Ausflocken der im Wasser gelösten Substanzen geführt haben musste. Die Forschungsergebnisse der Wissenschaftler sind für das Verständnis der CO2-Bindung im Ozean sehr wichtig. Die Hälfte des durch Pflanzen weltweit gebundenen Kohlendioxids geht auf das Konto der Planktonalgen. Ein Drittel des von den Algen gebundenen Kohlenstoffs geht durch ihre Ausscheidungen wieder verloren, das ist eine Menge, die um ein Vielfaches höher als die weltweite Agrarproduktion ist. Das Schicksal der Algenausscheidungen, ob nun bakterieller Abbau und Rückführung des CO2 in die Atmosphäre oder Ausflocken und Absinken in den tiefen Ozean, hat also weit reichende Konsequenzen für die CO2-Aufnahme im Ozean, berichten die Kieler Forscher. Jüngste Untersuchungen sprechen dafür, dass zunehmende Konzentrationen des Treibhausgases zu verstärkter Ausscheidung bei Algen führen. Dadurch würde mehr Kohlendioxid im Ozean gebunden. Weltweit steigende Temperaturen erhöhen die Bakterienaktivität, was den Abbau der Algenausscheidungen beschleunigen könnte. (Ende)
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