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So, 12.02.2012
pte20040429004 Medien/Kommunikation, Politik/Recht
US-Konflikt mit Al-Jazeera
Erfolg des Senders in der arabischen Welt ungebrochen
Doha (pte004/29.04.2004/08:17) - Die Beziehungen zwischen den USA und dem arabischen Nachrichtensender Al-Jazeera haben einen neuen Tiefstand erreicht. Der Sender hat Washington mit seiner Berichterstattung über die Auswirkungen des Irakkriegs geärgert. Nun hat sich US-Außenminister Colin Powell offiziell bei der Regierung von Katar beschwert. Das berichtet der Guardian http://www.guardian.co.uk heute, Mittwoch. Der US-Außenminister sagte die Beziehungen zwischen den USA und dem arabischen Emirat, das den Sender zur Gänze finanziert, seien durch die Berichterstattung des Senders getrübt. Die USA üben Druck auf ihren Partner vom Golf aus, den US-feindlichen Berichten auf dem populären Kanal Einhalt zu gebieten. Powell traf den Außenminister von Katar, Hamad bin Jassim, und klagte Al-Jazeera der Einmischung in internationale Beziehungen an. Vertreter der US-Regierung behaupten, dass der Sender, dessen Zentrale in der Hauptstadt von Katar, in Doha, liegt, Geschichten über US-Übergriffe erfunden hat, um den Ärger der Araber über die Besatzung zu entfachen. Und der Nachrichtensender wurde angeklagt, Osama bin Laden eine Plattform für die Verbreitung seiner Hass-Botschaften zu bieten, da Al-Jazeera eine Reihe von Videos vom Führer der Al-Qaida ausgestrahlt hat. "Die Freundschaft zwischen unseren zwei Nationen ist so, dass wir auch über schwierige Angelegenheiten sprechen können, wie die Berichterstattung von Al-Jazeera," sagte Powell Journalisten. Er gab aber keine Auskunft darüber, welche Aktionen die USA von Katar in Hinblick auf Al-Jazeera erwarten. Bin Jassim gab keine Antwort auf die Frage, was seine Regierung tun könne, um den Sender zu beeinflussen. Auf der anderen Seite hat sich der Sender darüber beschwert, dass US-Truppen seine Journalisten misshandelt hätten. Vor zwei Wochen beschuldigte Al-Jazeera das US-Militär, die Medien im Irak zu "bedrohen" und Journalisten unter Druck zu setzen, US-freundlich über die Ereignisse in ihrem Land zu berichten. Die Kriege in Afghanistan und Irak haben Al-Jazeera zum öftest-gesehenen TV-Kanal in der arabischen Welt gemacht, mit weltweit 50 Mio. Zusehern, davon acht Mio. in Europa, hauptsächlich in Frankreich und Großbritannien. Die Beschwerde von Powell kam just zu jenem Zeitpunkt, als sich die Regierung Bush mit der Kritik auseinandersetzen muss, die ihr Verbot von Bildern mit Särgen getöteter Soldaten ausgelöst hat. Kritiker sagen, das sei ein Plan, um den Irakkrieg von negativen Assoziationen zu befreien und die Abnahme für die Unterstützung der Besatzung einzudämmen. Al-Jazeeras Berichterstattung im Irak inkludiert Bilder der Gewalt, einschließlich der Bilder von Kindern, die Opfer der Kämpfe sind, im Gegensatz zu ihren US-Gegenstücken. Viele Araber, einschließlich arabischer Amerikaner, befinden Al-Jazeeras Berichterstattung als sorgfältiger und genauer als das US-Fernsehen, auch wenn eine anti-amerikanische Neigung eingenommen werden könnte. (Ende)
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