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pte20040305023 Bauen/Wohnen, Umwelt/Energie
EU fördert "schlaue Baustoffe"
Haus-Anstriche fressen Luftverschmutzung weg

Brüssel (pte023/05.03.2004/13:43) - Die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) der Europäischen Kommission http://europa.eu.int und ein Konsortium von Privatunternehmen und Forschungseinrichtungen führen ein Programm zur Untersuchung innovativer Baustoffe durch, das beim Kampf gegen die Luftverschmutzung helfen sollen. PICADA http://www.picada-project.com , so der Name des Projektes, steht für Photo-catalytic Innovative Coverings Applications for De-pollution Assessment (Bewertung der Reinigungswirkung von Anwendungen innovativer fotokatalytischer Deckschichten). Das Projekt, das bis 2005 läuft, wird 3,4 Mio. Euro kosten, die EU-Kommission trägt 1,9 Mio. Euro.

Spezielle Baustoffe und Beschichtungen, die Titandioxid enthalten, können organische und anorganische Luftschadstoffe "einfangen" und "verzehren", nachdem sie ultravioletten bzw. Sonnenstrahlen ausgesetzt wurden. Die Luft-Schadstoffe können dann vom Regen weggewaschen werden. Dadurch sollen mithilfe der Baustoffe die Stickoxid-Konzentrationen, die zu Smog und Atemproblemen führen, reduziert werden. "Schlaue Beschichtungen können nicht nur bei der Bekämpfung der Luftverschmutzung, sondern auch bei der Lösung des hartnäckigen Problems Smog zu einer Revolution führen", erklärt EU-Forschungskommissar Philippe Busquin. Das PICADA-Projekt sei eng mit dem Auftrag des Programms, für wettbewerbsfähiges und nachhaltiges Wachstum zu sorgen verknüpft. Darüber hinaus fördere es eine intensive Zusammenarbeit zwischen verschiedenen europäischen Unternehmen, so Busquin.

Verschiedene Arten solcher "schlauen" Baustoffe wurden unter Versuchsbedingungen in Bezug auf Feuchtigkeit, Temperatur und ultraviolette Strahlung im INDOORTRON der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) in Ispra (Italien) erfolgreich geprüft. Dabei wurde auch auf ein wirklichkeitsnahes Umfeld großen Wert gelegt. Stickstoffgase und organische Verbindungen breiten sich durch die poröse Oberfläche aus und heften sich an die Titandioxid-Nanopartikel der Baustoffe und Beschichtungen. Die Aufnahme von UV-Licht durch das eingeschlossene Titandioxid führt zu seiner "Fotoaktivierung" und dem folgenden Abbau der an die Partikel gehefteten Schadstoffe. Die dabei erzeugten säurehaltigen Produkte werden vom Regen weggewaschen bzw. durch das in den Baustoffen enthaltene alkalische Kalziumkarbonat neutralisiert, berichten die Experten.

Die neuentwickelten Materialien müssen sich nun nach den Labortests noch in Feldversuchen bewähren. Im Jahr 2002 wurden 7.000 Quadratmeter Straßenoberfläche in Mailand mit ähnlichen fotokatalytischen Stoffen beschichtet. Anschließende Messungen ergaben, dass sich die Konzentration von Stickoxiden auf Straßenhöhe um 60 Prozent verringerte.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Wolfgang Weitlaner
Tel.: +43-1-81140-307
E-Mail:
pressetext.austria
   
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