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pte20030722011 Forschung/Technologie, Umwelt/Energie
Australischer Forscher: Mehr Sterne als Sandkörner am Meer
Astronomen zählen Gestirne und beklagen Lichtverschmutzung

Sydney/Wien (pte011/22.07.2003/10:51) - Bei der Konferenz der International Astronomical Union in Sydney http://www.astronomy2003.com haben Forscher eine Schätzung der Sternenzahl vorgenommen. Insgesamt berichten die Experten, gibt es 70 Trilliarden Sterne. Das entspricht der Zahl 7 mal 10 hoch 22, oder anders dargestellt einer Sieben mit 22 Nullen, berichtet BBC-Online heute, Dienstag http://news.bbc.co.uk .

Nach Angaben der Wissenschaftler der Australian National University ist die Zahl der Gestirne damit zehn Mal größer als die Zahl von Sandkörnern an allen Stränden und Wüsten der Erde. Das sei aber nur die Zahl jener Sterne, die mit heutigen Teleskopen sichtbar sind. Simon Driver, Wissenschaftler an der Australian National University, geht davon aus, dass die Zahl der Sterne im gesamten Kosmos nahezu unendlich ist. Die australischen Astronomen verfügen über die technisch stärksten Instrumente, um die Helligkeit von Himmelskörpern zu messen. Die Forscher wollen eine Art Atlas aller Gestirne erstellen.

Kritik übten die Astronomen bei der Konferenz auch an der Lichtverschmutzung durch den Menschen. In den dunkelsten Regionen der Welt kann das menschliche Auge etwa 5.000 Sterne zählen, in beleuchteten Straßen der Großstädte sind hingegen kaum mehr als 100 Sterne sichtbar. Auch die Österreichische Gesellschaft für Astronomie und Astrophysik hat gemeinsam mit der Wiener Umweltanwaltschaft http://www.naturschutz.at und der Lichttechnischen Gesellschaft auf Initiative des Umweltbundesamts eine Broschüre über die Umweltverschmutzung durch Licht erstellt. Künstliche Lichtquellen stellen ein unterschätztes Naturschutzproblem dar. Dabei wird aber nicht nur die astronomische Wissenschaft beeinträchtigt, sondern auch die Tierwelt. Besonders betroffen davon sind nachtaktive Insekten, die sich bei ihren Flügen am UV-Licht des Mondes oder der Himmelskörper orientieren. Künstliche Lichtquellen strahlen ein derartig starkes Licht aus, so dass die Tiere geblendet werden und ihre Orientierung verlieren. Sie fliegen zwanghaft die Leuchtkörper an, bis sie vor Erschöpfung verenden oder verbrennen. Starke Beleuchtung gefährdet auch Zugvögel. Während der Vogelzugzeit haben Forscher häufig von verirrten, orientierungslosen Zugvogelschwärmen berichtet, die auf ihrem Flug nach dem Süden durch starke Lichtkonzentrationen beispielsweise von Skybeamern fehlgeleitet werden.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Wolfgang Weitlaner
Tel.: +43-1-81140-307
E-Mail:
pressetext.austria
   
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