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So, 12.02.2012
pte20030527043 Unternehmen/Finanzen, Kultur/Lifestyle
Ehepaare bei Beurteilung der Finanzlage uneins
Männer schätzen Vermögen, Frauen den Schuldenstand höher ein
Columbus/Ohio (pte043/27.05.2003/16:16) - Ein Grund für einen ehelichen Streit über das Geld könnte darin liegen, dass Partner die Finanzlage gänzlich anders beurteilen. So soll der typische US-Ehemann das gemeinsame Einkommen um fünf Prozent und das Gesamtvermögen um zehn Prozent höher angeben als die typische US-Ehefrau. Diese schätzt indessen den Schuldenstand um 500 Dollar höher ein als der Partner. Beide wiederum geben an, dass der Partner weniger verdient als er sagt. Welcher der Ehepartner allerdings genauer über den Finanzstatus Bescheid weiß, geht aus der Studie der Ohio State University http://www.osu.edu nicht hervor. Die Studie stützt sich auf das Datenmaterial von 1.195 Paaren. Diese wurden im Zuge des National Longitudinal Surveys des Ohio State´s Center for Human Resource Research über einen Zeitraum von 30 Jahren regelmäßig interviewt. "Die Ergebnisse zeigen, dass es bei vielen Paaren einen großen Widerspruch in der Beurteilung der Finanzlage gibt", erklärt der Studienautor Jay Zagorsky. Bei der Hälfte der Paare unterschieden sich die Einkommensangaben um mehr als 5.000 Dollar jährlich. Bei zehn Prozent der Befragten betrug die Differenz sogar mehr als 15.000 Dollar. Für gewöhnlich waren es Männer, die dachten, dass man gemeinsam mehr verdient. Im Gegensatz zur Partnerin stufte der Ehemann das gemeinsame Einkommen um 1.000 bis 2.500 Dollar höher ein. Einen Grund für die drastischen Differenzen im Gesamteinkommen sieht Zagorsky darin, "dass jeder Partner das eigene Einkommen überschätzt und das des Partnern unterschätzt." Sowohl Männer als auch Frauen stuften den Verdienst des Partners um 3.300 bis 3.500 Dollar geringer ein als der Partner selbst angab. Noch weiter scheiden sich die Geister bei der Beurteilung des Gesamtvermögens. Vor allem ältere Pärchen beurteilen ihren Wohlstand mit Unterschieden zwischen 14.700 und gar 113.000 Dollar sehr unterschiedlich. Bei jüngeren Paaren, die weniger Zeit zum Sparen hatten, gingen die Unterschiede mit 7.000 bis 31.000 Dollar weniger weit auseinander. "Die Unstimmigkeiten in der Beurteilung des Wohlstands entstehen dadurch, dass Männer das Vermögen und Frauen den Schuldenstand höher einschätzen", erklärt der Studienleiter. Die Rechnung, die Differenzen seien dadurch begründet, dass Männer traditioneller Weise die Finanzen verwalten, geht laut Zagorsky nicht auf. Laut Studie sollen Ehefrauen zu 60 Prozent der Fälle Rechnungen bezahlen, Ehemänner zu 40 Prozent. Auch die Möglichkeit, dass Frauen in materiellen Angelegenheiten weniger Bescheid wissen, lässt er nicht gelten. Auf jeden Fall hat "die Kluft in der Beurteilung der Finanzlage von Ehepaaren wichtige Auswirkungen", so Zagorsky. Einerseits kann es die Beziehung beeinflussen. Zumindest bei der "Babyboomer"-Generation steht Geld an der Spitze jener Themen, über die am häufigsten gestritten wird. Zudem habe sich gezeigt, dass bei jenen Pärchen, die sich im Beobachtungszeitraum nicht scheiden ließen, die Beurteilung der Finanzlage weniger unterschiedlich ausfiel. Aus dieser Feststellung will Zagorsky aber keine eindeutigen Schlüsse ziehen. Vielleicht war die unterschiedliche Beurteilung nur das Symptom anderer Probleme wie etwa einer mangelnden Kommunikation, so der Studienleiter. Die Ergebnisse haben aber auch wirtschaftliche Auswirkungen wie etwa auf Umfragen, die als Basis für Armutsstatistiken dienen. (Ende)
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