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pte20030115038 Forschung/Technologie, Medizin/Wellness
DNA-Datenbanken für Bioterroristen nicht wertvoll
Genomforscherin Claire Fraser: Zu wenig Wissen für praktischen Nutzen

London (pte038/15.01.2003/17:05) - Bioterroristen könnten den öffentlichen Zugang zu Genomdaten von gefährlichen Mikroorganismen und neue Techniken zur Genmanipulation missbrauchen und tödliche biologische Waffen entwickeln. Diese Befürchtungen sind unbegründet, behauptet die Leiterin des Institute for Genomic Research (TIGR) http://www.tigr.org und Ehefrau des umstrittenen Genomforschers Craig Venter, Claire Fraser. Bioterroristen könnten auch mit Unterstützung von DNA-Datenbanken keine genetisch veränderten Killerviren oder -bakterien herstellen. Keiner weiß genug, um die Informationen in biologische Waffen zu verwandeln, beschwichtigt Fraser heute, Mittwoch, im Gespräch mit BBC-Online http://news.bbc.co.uk/2/hi/science/nature/2660753.stm . Vielmehr würde die Geheimhaltung der Genomdaten den Fortschritt der Wissenschaft gefährden.

"Einige beschreiben Genom-Datenbanken als Bioterror-Kataloge, wo man ein Antibiotika resistentes Gen von Organismus eins, ein Gift von Organismus zwei und ein Zelladhesionsmolekül von Organismus drei ordern und sich daraus schnell ein Super-Pathogen basteln kann", erklärte Fraser. Dies sei aber einfach nicht der Fall. Fraser Ansicht nach haben Wissenschaftler zwar eine Menge an genetischen Informationen und wissen, was Bakterien und Viren bewirken können. "Im Prinzip können auch Super-Bakterien hergestellt werden", erklärt Fraser. Man weiß aber noch viel zu wenig über die Funktion der Gene. Somit ist das bislang vorhandene Wissen für einen Bioterroristen in der Praxis nicht von Nutzen.

Alles andere als Science-Fiction sind aber Fähigkeiten, die Mikroorganismen bereits besitzen. Auf einer Konferenz der US National Academies http://www.nas.edu/ und dem Center for Strategic and International Studies http://www.csis.org diskutierten Forscher über das "Waffenpotenzial" des Genoms. George Poste, Leiter der Einsatzgruppe gegen Bioterrorismus im US-Verteidigungsministerium, beschrieb z.B. eine Mikrobe, die nicht nur starke Gifte produziert und Antibiotika umgeht, sondern auch Vektoren produziert, die pathogene DNA direkt in das Genom einbauen. Daneben ist von Mikroorganismen die Rede, die es schaffen, das menschliche Immunsystem gegen sich selbst zu richten.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Sandra Standhartinger
Tel.: +43-1-81140-313
E-Mail:
pressetext.austria
   
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