VORSCHAU

PRESSETERMINE
Wiener Neudorf
13.02.2012 00:00
Mozarthaus der Wirtschaft
13.02.2012 00:00
Hotel Park Hyatt
13.02.2012 00:00


IR Nachrichten


WETTER
Graz: Schneefall
-3°
Innsbruck: wolkig
-6°
Linz: wolkig
-8°
Wien: heiter
-8°
© wetter.net

Stadtname / PLZ

AKTIENKURSE
 
LEBEN
So, 12.02.2012
Meldung drucken Artikel weiterleiten
pte20010429003 Forschung/Technologie, Umwelt/Energie
Lötsch: Natur effizienter als Technik
Biologe und Museumsdirektor über Bionik

Wien (pte003/29.04.2001/10:15) - Lange Zeit war Technik zu primitiv, um Konstruktionen des Lebendigen aufzugreifen: "Erst die heutige Polymerchemie, Mikroelektronik und komplexe Computerberechnungen könnten sie dazu befähigen", so der Biologe und Generaldirektor des Naturhistorischen Museums Wien Bernd Lötsch in seinem Vortrag über die Bionik - der Zukunftstechnik, die von der Natur lernt, anlässlich der Eröffnung der Bionik-Sonderausstellung in seinem Museum. http://www.nhm-wien.ac.at/nhm/Sonderausstellung

Lötsch betont auch, dass die direkte Übernahme von Naturvorbildern sich bisher nur auf wenige Klassiker beschränkt habe. Dazu zählen der Gleitflug, die Stromlinienform, intuitiv erfasste Statik etwa von Pflanzen, der Haihaut- und Lotuseffekt und als Kuriosum der Salzstreuer von Raul France in Nachahmung der samenstreuenden Mohnkapsel. "Reichhaltiger wird der Vergleich von Biologie und Technik aber bei Analogien, also bei rein technisch entwickelten Konstruktionen, die sich sehr zum Staunen der Techniker in Organismen längst verwirklicht fanden."

Frappante Übereinstimmungen gebe es da zum Beispiel beim Vergleich des menschlichen Auges mit einer Fernsehkamera, Fledermaus- oder Delfinsonar und technischer Ultraschallortung, Rückstossschwimmern und dem Jetantrieb, Schwebesamen und Fallschirm und Greifzangen von Insekten oder Seeigeln und ferngesteuerten Greifarmen aus der Robotik. "Lebensentscheidend für Biosphäre und Zivilisation ist die Analogie von Photosynthese und Photovoltaik mit der Solarwasserstofferzeugung sowie von Zellatmung und Brennstoffzelle. Damit ist die Wasserstoffökonomie unserer Energie im großen Zyklus der Biosphäre zwischen Photosynthetischer Wasserspaltung und atmungsbedingter Wasserbildung bereits seit Milliarden Jahren vorweggenommen", so Lötsch.

Der Wissenschaftler wehrt sich auch gegen die Aussage, dass die Wirkungsgrade der Technik höher sind als die der Natur. "Die Bioluminiszenz eines Glühwürmchens hat mit 58 bis 60 Prozent Lichtausbeute eine wesentlich höhere Effizienz als jede technische Lichtquelle, ein Mehrfaches mehr als jede Leuchtstoffröhre." Das Haber-Bosch-Verfahren braucht zur Stickstoffbindung aus der Luft für Düngerzwecke Hochdrucke von 200 Atmosphären, Hochtemperaturen von 500 Grad Celsius und ein bis zwei Kilogramm Erdöl oder Gas pro Kilo Ammoniumdünger. Das leisten Bodenbakterien beim Biobauern bei einer Atmosphäre und 20 Grad Celsius mit keinem anderen Futter als Humus, Kompost oder Wurzelausscheidungen.

Lötsch betont auch, dass wir auf Bionik nicht verzichten können, wenn wir die Probleme der Zukunft lösen wollen. "Verzichten sollten wir hingegen auf die Kernenergie, weil diese mehr Probleme schafft als sie löst. Auch auf harte Technologien wie auf die chlororganische Chemie hätten wir besser verzichten sollen, da es diese in der gesamten biochemischen Evolution nicht gab und sie uns heute den Himmel aufreißt und sie uns übermäßig erwärmt." Dazu kommen noch Abfallprodukte wie giftige Dioxine, chlororganische Pestizide, Weichmacher, Transformatoröle und Farbzusätze, die über die Nahrungskette in Fettgewebe, Nerven und Gonaden gespeichert werden und zu Fortpflanzungsstötungen und Tumoren führen. "Daher erscheint uns die Bionik und die Neubewertung des Organischen in unserer Kultur als längst fälliger Pendelausschlag in eine neue Richtung. Wir werden die Biodiversität in Zukunft dringend brauchen, um von möglichst vielen Arten zu lernen, sei es über Naturstoffe, technische Lösungen, für Heilmittel und landwirtschaftliche Züchtungen. Und das ist keine Mythologisierung."

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Wolfgang Weitlaner
Tel.: +43-1-81140-307
E-Mail:
Website: pressetext.at
pressetext.austria
   
Wie fanden Sie diese Meldung?
Weitersagen
likes dislike Share Share |
FACEBOOK
MONSTER JOBCORNER

FOCUSTHEMA


SPECIALS


Werbung
middleAdvertising