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pte20001031021 Forschung/Technologie, Umwelt/Energie
Forscher entdecken verantwortliches Gen für Nierenerkrankungen
Umwelteinflüsse für unterschiedliche Ausprägung in Bevölkerung möglich

Chevy Chase/Maryland (pte021/31.10.2000/11:45) - Forscher des Howard Hughes Medical Institute http://www.hhmi.org haben ein Gen entdeckt, das für die häufigste Nierenerkrankung, die so genannte Immunglobulin A Nephropathie (Ig AN), verantwortlich ist. Von der Störung sind weltweit ein Prozent der Bevölkerung betroffen, rund 100.000 Personen allein in den Vereinigten Staaten. Die Entdeckung führe zu einem besseren Verständnis der Ig AN und könne neue Möglichkeiten in der Behandlung auf molekularer Ebene eröffnen.

Die Wissenschaftler untersuchten 24 Familien in den Vereinigten Staaten und sechs Familien in Italien. Dabei entdeckten sie, dass das für die Nephropathie verantwortliche Gen auf dem Chromosom 6 lokalisiert ist. "Vor dieser Entdeckung war bekannt, dass die Ig AN die am häufigsten verbreitete Glomerulonephropathie der Welt ist, die Gründe waren aber unbekannt", so Richard P. Lifton von der Yale University School of Medicine http://www.yale.edu .

Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung kommt es zu Einlagerungen von Immunglobulin A in der Niere und zu Vernarbungen. Ein Großteil der Patienten ist durch fortschreitende Nierenstörung auf eine Dialyse beziehungsweise auf eine Nierentransplantation angewiesen. "Bisher gab es keine Vermutung, dass die Erkrankung auf einem einzelnen Gen basiert. Es war anerkannt, dass die Erkrankung weltweit in verschiedenen Variationen und Häufigkeiten ausgeprägt ist", erklärte der Wissenschaftler. Die Ig AN sei für Afro-Amerikaner ungewöhnlich, wäre aber in Südost-Asien eine sehr häufige Erkrankung. Die Unterschiede der Erkrankung zwischen ethnischen Gruppen und Studien, dass die Erkrankung innerhalb einer Familie wiederkehren könne, unterstützten die Wahrscheinlichkeit, dass ein Gen für die Ig AN verantwortlich ist.

Die Wissenschaftler versuchen nun, das Gen zu identifizieren und nephrotische Patienten verschiedener ethnischer Gruppen zu rekrutieren. Das Gen könnte Aufschluss geben, ob Umwelteinflüsse die Erkrankung auslösen. So müsste untersucht werden, of das Gen den Ig A Metabolismus beeinflusse. Wäre das der Fall, könnte das Erklärung dafür sein, warum die Erkrankung häufig durch eine Infektion ausgelöst wird. Die Wechselwirkung zwischen einem Gen und Umweltfaktoren könnte auch der Grund dafür sein, dass nicht jeder, der ein derartiges Gen erbt, eine Erkrankung entwickelt.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Sandra Standhartinger
Tel.: +43/1/811 40 313
E-Mail:
Website: pressetext.at
pressetext.austria
   
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